Wunschfrei:

Vom Traum zur Erzählung

 

 

Einige meiner unveröffentlichten und auch veröffentlichten Texte und Werke enthalten Traumsequenzen, die als solche nicht immer gekennzeichnet sind. Träume sind ebenso lebendig wie die sogenannte „Wirklichkeit“, sie offenbaren Dinge, deren Decodierung viele Wissenschaftler erfolgreich bewerkstelligt haben wollen. Aber wie lässt sich ein Traum erklären? Ist es tatsächlich ausschließlich das „Unbewusste“, das sich bemerkbar macht und zu irritieren oder überraschen vermag? Oder sind es „verdrängte Gedanken“, vor denen es nun zu fliehen gilt? Träume haben eine eigene Sprache, das steht allemal fest. Manche Träume bleiben ein Leben lang in Erinnerung, sie sind so nachdrücklich, dass sie sich immer wieder in Erinnerung rufen.

 

Einer dieser Träume liegt meiner Erzählung Wunschfrei zu Grunde. Ich träumte, in einem Haus nach einem Koffer zu suchen, der mir gehört. Ich suchte und suchte, bis ich ihn endlich fand. Dann nahm ich den Koffer in die Hand und wollte mit der Straßenbahn nach Hause fahren. Doch ich bemerkte, kaum dass ich in die Straßenbahn eingestiegen war, dass ich den Koffer gar nicht mitgenommen hatte. Er musste noch in dem großen Haus sein. Also stieg ich aus der Straßenbahn aus und strebte wieder dem großen Haus zu, wo ich sofort allerlei Menschen fragte, wo denn nun mein Koffer sei. Ich hätte ihn vergessen und er sei sehr wichtig für mich. Nach einigem Hin und Her war mir wohl geholfen worden und ich fand den Koffer unbeschädigt vor. Ich war sehr erfreut darüber und machte mich auf den Weg zur Straßenbahn. Doch als ich mich dann in der Straßenbahn sitzend befand, bemerkte ich das Fehlen des Koffers. Ich Idiot hatte den Koffer glatt schon wieder vergessen! Also musste ich mich wieder beeilen, zum großen Haus zu gelangen, nach dem Koffer zu suchen und ihn hoffentlich zu finden. Und, ja, das Spiel wiederholte sich noch einige Male, bis ich dann den Koffer nicht mehr fand. Ich war entsetzt, mir wurde gesagt, ein Mann habe den Koffer genommen. Ich trat aus dem Haus und da sah ich den Mann auf einem Fahrrad fahrend und auf dem Gepäckträger war mein Koffer. Ich wollte den Radfahrer anhalten, zumindest auf mich aufmerksam machen, doch es war zu spät: Mein Koffer war unwiederbringlich verloren! Und da wurde mir bewusst, dass dieser Koffer alle meine Wünsche enthielt, die ich nun nie erfahren würde.  

 

Ein kurioser Traum irgendwie, gerade deswegen hat er sich fest in mein Bewusstsein eingebrannt. Während ich eine Unzahl von Träumen vergesse, kaum, dass ich sie gehabt habe, trug ich diesen Traum wie meinen Koffer voller Wünsche mit mir herum. Und ich hatte den Wunsch, dass sich dieser Traum manifestiert. Da hatte ich die Idee, eine Geschichte aufzuschreiben, wo es darum geht, dass dem Hauptprotagonisten alle Wünsche erfüllt werden. Und voila, ich habe es bewerkstelligt. Eine Geschichte, in der es nicht nur um Wunscherfüllung geht, sondern auch darum, wie wichtig es ist, eine tiefe Beziehung zu den eigenen Wünschen zu haben. Wer sich über seine Wünsche nicht im Klaren ist, der kann schnell über die Wunscherfüllung stolpern wie über einen Koffer voller Wünsche. Sollte es eine Wunscherfüllungs-Agentur geben, wie ich sie erdacht habe, dann würde ich es ablehnen, meine Wünsche erfüllt zu bekommen. Denn weiß ich tatsächlich, wie mein Leben ablaufen würde, sollten meine Wünsche in Erfüllung gehen? Ist es nicht – buchstäblich – eine „Wunschvorstellung“? Eben, erfüllte Wünsche erfüllen selten das, was sie versprechen. Und dieses andere Leben meiner „Wunschvorstellung“ entspräche nicht mehr mir selbst, sondern einer fragwürdigen „Idealvorstellung“. Warum also nicht das Leben als Herausforderung sehen und den Wünschen ins Auge schauen, ohne von ihnen beherrscht zu werden? Wünsche haben es an sich, Projektionen scheinbar zur vollsten Zufriedenheit fehlender Komponente des eigenen Lebens zu sein. Doch ist die „vollste Zufriedenheit“ überhaupt erstrebenswert? Ist es nicht viel zielführender und sinnvoller, an sich und seiner Fehlerhaftigkeit zu arbeiten, statt zu glauben, dass – was auch immer – im eigenen Leben fehlt? Dies und noch einiges mehr habe ich versucht in meiner Erzählung Wunschfrei zur Sprache zu bringen. Der ursprüngliche Arbeitstitel war übrigens Ein Koffer voller Wünsche, aber der nunmehrige Titel offenbart viel eindrücklicher, welche Eigendynamik das Leben bekommen kann, wenn es mit der Frage nach den Wünschen konfrontiert ist.

 

 

 

Unveröffentlichtes   

Franz Kafka war es nie wichtig gewesen, zu veröffentlichen. Max Brod trat an Verleger heran, stellte diesen seinen besten Freund vor. Zu Lebzeiten wurden nur wenige Werke von Kafka veröffentlicht, großen Erfolg erzielten diese nicht. Aber hat das irgendetwas zu bedeuten? Soll es Autor/innen darum gehen, in die Öffentlichkeit zu treten und dort für Furore zu sorgen? Oder ist es nicht vielmehr die Suche nach sich selbst, nach dem kräftigsten Ausdruck tiefgründigster Innerlichkeit, der Autor/innen dazu antreibt, zu schreiben, zu schreiben und zu schreiben? Bei Kafka war es so, davon bin ich überzeugt. Es galt, das Leben und dessen magische Momente zu begreifen, mit Menschen zu kommunizieren, nach der Wahrheit zu streben, die sich in Texten verstecken könnte…

 

Veröffentlichungen sind nur die äußerste Schale eines Autors. Mit 18 Jahren habe ich meinen allerersten Roman dem Suhrkamp-Verlag geschickt und einige Monate später tatsächlich Antwort in Form einer Absage gekriegt. Der Roman ist als total misslungen einzustufen, dennoch hat er mein Leben als Autor eingeleitet. Schlechte Romane sind zuhauf am literarischen Markt zu erwerben, viele davon sind sogar Bestseller, weil die Marketing-Strategien der Verlage gut funktionieren. Aber was bedeutet es für einen Autor, wenn ein objektiv betrachtet schlechter Text von hunderttausenden Menschen gelesen wird? Ich bin froh, dass mir dieses Schicksal erspart blieb. Nicht alle unveröffentlichten Texte, die ich zum Teil in die Tastatur geklopft, zum Teil handschriftlich verfasst habe, sehe ich als unterirdisch an. Da sind einige dabei, die viel Potenzial haben und es genau so wert wären wie viele andere unveröffentlichte Texte anderer Autor/innen, im Licht der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erregen. Doch es spielt keine Rolle, ob dies der Fall ist oder nicht. Die in unzähligen Schubladen und mittlerweile auch digital gespeicherten aufbewahrten Texte bilden zusammen genommen sicher ein Vielfaches der allgemein bekannten Literatur der Welt. Sie sind so etwas wie der „blinde Fleck“ der Literatur. Paul Auster erzählt in seinem bekanntesten Werk, der New York Trilogie in der vielleicht besten Geschichte von einem gewissen Fanshawe, der einige Manuskripte verwahrt, die er keineswegs veröffentlichen will. Fanshawe verschwindet und sein bester Freund schickt diese Manuskripte einigen Verlagen zu. Und wie nicht anders zu erwarten sorgen die veröffentlichten Romane schließlich für Furore am Literaturmarkt. Wie viele Fanshawes gibt es denn heutzutage? Fanshawes, deren Texte von Lektoren, Literaturagenten und Verlegern möglicherweise als unlesbar, unverständlich, zu experimentell, verschroben, nischenlastig oder überhaupt als keinem Genre zuordenbar eingestuft und somit nicht verlegt werden?

 

Eine Weltbibliothek unveröffentlichter Literatur hat unglaubliche Dimensionen, wenn wir uns das überhaupt vorstellen können. Mich drängt es manchmal, einen Text zu schreiben, und da verschwende ich keinen Gedanken daran, dass er möglicherweise veröffentlicht werden könnte. Mehr noch: Wer vor und während des Schreibens schon an die Veröffentlichung denkt, und wie potenzielle Leser/innen möglicherweise darauf reagieren, hat auch schon den Kontakt zur eigenen Idee verloren. Ja, es ist möglich, einen Text FÜR LESER zu schreiben. Also Leser im Hinterkopf zu haben, mit einer etwaigen Veröffentlichung hat das aber noch nichts zu tun. Tatsächlich ist es ja so, dass die Wege zu einer Veröffentlichung von zahlreichen Umwegen gekennzeichnet sind, und die Konsequenz sind zahlreiche Texte, die eben unveröffentlicht sind und bleiben. Die Selbsteinschätzung kann täuschen. Gerade die unveröffentlichten Texte haben möglicherweise weitaus mehr literarische Qualität als die veröffentlichten Texte. Wir kennen nur einen kleinen Teil der Texte, die von Franz Kafka vorliegen. Wie spannend wäre es, die Fundgrube seiner unveröffentlichten Texte zu entdecken! Und so ist es bei vielen bekannten und noch mehr unbekannten Autor/innen!

 

Eines meiner Manuskripte wurde einst von prominenter Stelle als „zu persönlich“ betrachtet. Mir wurde also empfohlen, keine Veröffentlichung anzustreben. Glücklicherweise waren E-books seinerzeit noch nicht mal in den Kinderschuhen, sodass das Manuskript in einem unbekannten Verlag eine Zeit lang unentdeckt blieb, bis der Verlag seine Pforten schloß. Heutzutage veröffentlichen Millionen von Menschen intimste Details ihres Lebens in irgendwelchen sozialen Netzwerken. Dagegen sind meine persönlichen Zeilen, von denen gerade die Rede war, ohnehin harmlos, weil eine gewisse Schwelle der Intimsphäre bewusst nicht überschritten wurde. Dieses herausschleudern eines Selbstbildes, das freilich mit der wahren Identität einer Person so gut wie immer nichts zu tun hat, verstärkt die vorwärts getriebene Selbstentfremdung eklatant. Ich habe seinerzeit persönliche Momente wieder gegeben, einen kleinen Einblick in mein Leben ermöglicht, und selbst das war für eine Dame, der ich das Manuskript übermittelt hatte, viel zu persönlich.

 

Es ist spannend, lehrreich und durchaus auch amüsant, in den Tiefen unveröffentlichter Texte zu graben. Das eigene Leben wird dadurch auf eine Weise reflektiert, die nicht nur die literarische Entwicklung beleuchtet, sondern gleichermaßen die Lebensfortschritte. Und dafür kann jede/r Autor/in nur dankbar sein: Ein literarisches Archiv zu haben, in dem das eigene Leben verwahrt ist.

 

Es ist geschehen:

Der Zentralfriedhof als Hauptschauplatz eines Krimis!  

Ich hätte es mir leicht machen können und einen kuschelweichen dritten Krimi schreiben. Also einen, bei dem Chefinspektor Kneiffer einen letzten Fall löst und aus die Maus. Nachdem aber schon die ersten beiden Kneiffer-Krimis diesem Genre nur bedingt zuzurechnen sind, ist der Titel „Zentralfriedhof, der Krimi“ vielleicht irreführend. Das kriminalistische hat hier aber in zweierlei Hinsicht Bedeutung. Zum Einen bekommt es Kneiffer schon mit einem Mordfall zu tun, in den er als Pensionist hineingezogen wird, weil er die Leiche am Zentralfriedhof entdeckt (und zwar nicht in heiliger Erde verschart, sondern auf einem Bankerl sitzend). Zum Anderen bedarf es einer kriminalistischen Ader, um am Zentralfriedhof zahlreiche interessante und allgemein nicht so bekannte Plätze im Laufe der Zeit zu entdecken.

 

Dass es einen Kontext zum Zentralfriedhofs-Führer gibt versteht sich fast von selbst. Wenn schon noch ein Krimi, dann aber bitte mit dem Zentralfriedhof als Hauptschauplatz, das war meine Intention und das Ding habe ich auch durchgezogen. Ich wollte Kneiffer einen würdigen letzten Fall bestreiten lassen und der ehemalige Chefinspektor erweist sich diesbezüglich als großartige Spürnase, die dem eigenen Tod ziemlich nahe kommt. Freilich segnet er schließlich nicht auf unnatürliche Weise frühzeitig das Zeitliche. Nein, Kneiffer muss am Ende doch auch gefeiert werden!

 

Und so gibt es zwischen den Zeilen dieses Krimis allerlei Fingerzeige zu entdecken, durch die sich die Trilogie abrundet. Diesen Krimi habe ich für mich geschrieben. Nun ja, schreiben Autor/innen nicht immer – auch - für sich selbst? Irrtum, bei den anderen beiden war meine Intention eine andere. Nachdem ich mir aber ziemlich sicher war, Zeit meines Lebens keinen vierten Krimi schreiben zu wollen, fiel es mir leicht, einem meiner absoluten Lieblingsplätze in Wien Tribut zu zollen. Da geht es dann nicht darum, ob sich die ganze Mühe ökonomisch lohnt oder nicht. Wobei im Sinne der Ökonomie kein Mensch dem Gedanken verfallen dürfte, zu schreiben. Wer sich dem Schreiben hingibt, tut dies mehrheitlich, weil er oder sie sich dazu berufen fühlt. Wer Geld machen will, hat in fast jedem anderen Beruf bessere Chancen.

 

Max Frisch meinte einst, dass er „sich selbst schreibt“. Das stimmt natürlich auch. Kein Autor steht dem Leben so fern, dass es nicht in irgendeiner Weise Einzug in literarische Werke hält. Leben und Schreiben bilden im besten Fall Knotenpunkte, sollten einander aber nicht behindern. Der dritte Krimi mit Chefinspektor Kneiffer mag ein weiterer Beleg dafür sein, dass es passieren kann, die eigene Lebenswirklichkeit ein Stück weit für ein potenzielles Publikum zu öffnen. Das habe ich getan, obzwar ich die Geschichte für mich selbst geschrieben habe. Da sieht man mal wieder, welche Folgen es haben kann, sich selbst treu zu sein.

 

Die Autorenpatenschaft:

The making of! 

Die Autorenpatenschaft entwickelte sich durch die Initiative des Autorenpaten Herbert Fuchs schnell in eine erstaunliche Richtung. Der Autorenpate und der Autor trafen sich gemeinsam mit der Cousine des Autorenpaten in einem chinesischen Restaurant und dort erzählte nach einigen Anläufen die jung gebliebene Cousine die Friedhofsgeschichte. Doch noch während des Essens warf Herbert Fuchs seinem Patenkind eine wahre Begebenheit in die Gehirnwindungen, die ein Marzipanschwammerl in den Fokus stellt. Jürgen Heimlich, der Friedhofsfanatiker, hatte nun nicht nur eine, sondern gleich zwei Geschichten zu schreiben. Und er tat dies nicht viel später.

 

Die Idee eines Projekts tüftelte dann der Autor aus. Er beschloss, die Geschichten niederzuschreiben und irgendwie in ein Konzept zu pressen, auf dass etwas Besonderes entstehen solle. Und siehe da, wie wir jetzt wissen, trägt das Projekt Früchte. Die abgefahrenen Geschichten von Cousine und Autorenpate liegen nun in Heftromanform vor, dichterisch erhöht vom Autor, und veredelt durch die Packerl-Gackerl-Geschichte des Autorenpaten als Schlusswort. Die Geschichte mit der „Seifenoma“ erzählte der Autorenpate seinem Patenkind übrigens eines Tages telefonisch, während Jürgen Heimlich Weihnachtseinkäufe zu erledigen trachtete, das aber nur ganz nebenbei.

 

Zwei Dinge müssen unbedingt Erwähnung finden, da sie die Größe des Projekts noch dick unterstreichen. Zum Einen schrieb Jürgen Heimlich von der Friedhofsgeschichte der Cousine des Autorenpaten inspiriert eines Tages seine eigene Version der Geschehnisse. Er entschied sich, gegen Ende hin die ältere Dame auf einer Friedhofsmauer hockend eine Arie schmettern zu lassen. Nie zuvor hatte Jürgen Heimlich auch nur einen Gedanken daran verschwendet, eine solche Begebenheit niederzuschreiben. Nun sitzt der Text aber so fest wie eine Friedhofsmauer, die selbst gegen Naturgewalten gerüstet ist. Nur wenige Tage später entschied sich der Autor, zur Abwechslung mal wieder einen ausgedehnten Spaziergang auf dem Zentralfriedhof zu unternehmen. Kaum befand er sich auf dem evangelischen Teil, erblickte er kurz vor ihm einen älteren Mann, der plötzlich von einem Seitenweg ausscherte und irgendwelche Töne von sich gab. Der Autor staunte nicht wenig, dass sich das Geträller wie eine Opernarie anhörte! Dieser Mann tat das, was die Frau auf der Friedhofsmauer getan hatte. Das Eine war höhere Poesie, das Andere Wirklichkeit, die höheren Mächten zuarbeitete. Der Autor folgte dem Sänger, der sich hie und da auch umschaute. Irgendwann überholte der Autor den Sänger, öffnete das grüne Tor, das als Ausgang und Zugang zum evangelischen Friedhof dient, und befand sich nun also auf einem weitläufigeren Areal des Zentralfriedhofs. Jürgen Heimlich ging, ohne sich umzuschauen, weiter vorwärts. Der Opernsänger war irgendwann nicht mehr hörbar, befand sich aber auf der Spur des Autors. Erst nach einer halben Ewigkeit trennten sich die Wege von Autor und Opernsänger, und Jürgen Heimlich war um eine Erfahrung reicher: Poesie und Wirklichkeit sind einander nicht fremd, sondern bilden eine Einheit. Manchmal wird diese Einheit auch sichtbar, manifestiert sich.

 

Zum Anderen geschah am 5. Februar 2012 etwas Ungeheuerliches. Nach einer Lesung wurde dem Autor ein schwarzes Sackerl übergeben. Jürgen Heimlich stellte schnell fest, dass sich im Sackerl ein Packerl befand. Er war nun dazu aufgerufen, das Packerl zu öffnen. Gefilmt wurde die Szenerie von einem gewissen Peter Bosch, einem Autor, der übrigens am berüchtigten 1. Dezember 2011 ebenso ersteigert worden war, zu seinem Leidwesen allerdings von einer hübschen Dame, die in unerreichbaren Höhen schwebt. Der Autor stand also im Blitzlicht und musste feststellen, dass das Packerl nicht gerade leicht zu öffnen war. Was mochte sich darin verbergen und von wem konnte diese Überraschung überhaupt stammen? Zunächst dachte der Autor an einen Komponisten, aber dann ging ihm ein Licht auf: Fuchs, du hast die Gans gestohlen bzw. ein Packerl geschnürt, das seinesgleichen sucht. Jürgen Heimlich durfte sich keiner Schere bedienen, riss mit bloßen Händen an den Klebebändern, nur um dann festzustellen, dass eine weitere Verpackung zum Vorschein kam. So ging es weiter, bis endlich ein paar Fotos aus dem Playboy auftauchten. Damit war klar, dass der Höhepunkt der Packerl-Aufreißaktion überschritten war. Und siehe da: Nur wenige Minuten später hielt der Autor ein Buch in der Hand, für das an dieser Stelle jedoch keine Werbung gemacht wird. Nur soviel: Es handelt sich um einen weiteren Wink mit dem Zaunpfahl. Der Autorenpate hat für den Autor schon wieder eine Idee parat, nein nicht nur eine Idee, sondern eine Änderung der Schreibrichtung, wie sie zu diesem Zeitpunkt im Leben des Autors nicht spannender hätte ausfallen können! Wer es nun vor Spannung nicht mehr aushält, der erhält die Möglichkeit, einen Link aufzurufen und damit Zeuge der Packerl-Aufreißaktion zu werden. Und somit gleichzeitig der längsten Widmung zu lauschen, die je ein Autorenpate für einen Autor verfasst hat.

 

Die Packerl-Gackerl-Sache bildet nun den Rahmen einer Wahnsinnsgeschichte, wie sie nur durch eine fantastische Autorenpatenschaft zustande kommen konnte. Realität und Fantasie bilden ein ebenso großartiges Gespann wie höhere Poesie und höhere Mächte.

Der Autor dankt seinem Paten für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und weist darauf hin, dass dieses Projekt als einzigartig und qualitativ unmöglich überbietbar zu bezeichnen ist. Und nicht zu vergessen die Cousine, die mit ihrer Friedhofsgeschichte einen Stein ins Rollen gebracht hat. Herzlichen Dank, meine Liebe!

 

Aller guten Dinge sind drei

Nachdem mir die Veröffentlichung meines ersten Krimis durch den Arovell Verlag zugesichert worden war, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, einen weiteren zu schreiben. Freilich verlangte dies viel Vorarbeit, Überlegungen, Ideen, Konzepte. Ich setzte mich also hin und haute in die Tasten. Innerhalb weniger Tage entstanden eine Menge Buchstaben, Wörter, Sätze, Absätze, Seiten. Doch ich war damit nicht glücklich. Mein Hauptprotagonist, Chefinspektor Kneiffer, war völlig von der Rolle, kurz vor dem Durchdrehen, nicht in der Lage, seinem Beruf auch nur halbwegs motiviert nachzugehen. Kurzum: Er war am Ende, und bald darauf ich am Ende mit meinem Latein. Nein, das konnte ich Eduard Kneiffer nicht antun. Ein Kneiffer ist nicht so einfach unterzukriegen! Ich verwarf also die Idee, beendete den Versuch, einen Krimi zu schreiben, der einen verwahrlosten, psychisch in einem Ausnahmezustand schwebenden Chefinspektor einem Fall entgegentreibt, den er ohnehin nur mit tatkräftiger Unterstützung seiner Mitarbeiter lösen kann.

 

Dann tat sich eine Zeit lang gar nichts. Im Hinterkopf war der Gedanke an den zweiten Krimi nie eliminiert worden, das geht auch gar nicht. Allerdings beschäftigte ich mich mit anderen literarischen Ideen. So schuf ich die Figur eines vom Leben nicht unbedingt in Watte gelegten Langzeitarbeitslosen, der nie aufgehört hat, nach der großen Liebe zu suchen. Und wie es im Leben so spielen kann, findet er sie, ohne dass er dies zum betreffenden Zeitpunkt erwartet hätte. Aber nach vielen Seiten fragte ich mich, ob diese spezifische Form eines „Liebesromans“ überhaupt das richtige Genre für mich sei, zumal einige Dinge vorfielen, die ins krimimäßige abkippten. Und da stand für mich fest: Ich schreibe die Geschichte dahingehend um, dass die Krimihandlung in den Vordergrund rückt und die Liebesgeschichte in einem weiteren Schritt ein wichtiger Anhaltspunkt für die Lösung des Falls wird. Das war nicht einfach, aber es gelang mir.

 

Da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, besteht mein Krimi „Ende eines Genies“ also aus zwei Teilen. Der erste Teil ist aus Sicht eines Langzeitarbeitslosen erzählt, der mitten in eine irrsinnige Geschichte hineingezogen wird. Der zweite Teil beruht auf dem ersten, und bringt Chefinspektor Kneiffer ins Spiel. Er soll den Mord an dem ambitionierten Autor skurriler Romane aufklären. Mobbing, schreckliche Auswüchse des weltweiten Netzes und die Frage danach, in welchem Verhältnis Wahrheit und Lüge das Leben eines Autors bestimmen, sind die drei Hauptthemen meines zweiten Krimis.

 

Nach langer Vorlaufzeit mit zwei völlig anderen literarischen Ansätzen hatte ich es geschafft: Der Krimi war fertig geschrieben, und ich freute mich sehr darüber, dass der Arovell Verlag ihn verlegt hat.

 

Aller guten Dinge sind drei, und dass es mit diesem zweiten Krimi noch nicht vorbei ist mit der Figur Eduard Kneiffer, seines Zeichens Chefinspektor, wird möglicherweise an anderer Stelle im weitverzweigten Dickicht des weltweiten Netzes und speziell auf dieser Website nachzulesen sein. Spurensuche nicht verboten!

 

Der lange Weg einer Weihnachtsgeschichte

Mitte der 1990´er Jahre hatte ich die Idee, eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben. Und es sollte nicht irgendeine sein. Ich schätze die berühmteste Weihnachtsgeschichte aller Zeiten und überhaupt sehr. Das ist durchaus ungewöhnlich, denn der Bekanntheitsgrad eines Romans oder einer Erzählung allein lockt mich normalerweise nicht. Ich bin eher der Ansicht, dass eine ohnehin schon Millionen Male gelesene Geschichte auf den Einen oder Anderen Leser verzichten kann. Doch „A christmas carol“ von Charles Dickens hebt sich mit einer ganz eigenen Darstellung der Weihnachtstage von den vielen anderen Weihnachtsgeschichten ab. Nun ja, fast. Denn was Mitte der 1990´er Jahre zunächst mit einem Desaster begann, das im Jahre 1999 als Buchveröffentlichung in einem Layout schlechtester Ausprägung seine Fortsetzung fand, wurde viele Jahre später aus der Vergessenheit geholt.

 

Jetzt ist die Weihnachtsgeschichte endlich zu dem geworden, was ich ersehnt und erhofft hatte. Wer die ältere Version kennt, wird verwundert sein, welchen Glanz die neue Version  nunmehr auszustrahlen vermag. Oh ja, sie nimmt es mit der Dickens-Vorlage auf, ist jedoch noch um einiges gesellschaftskritischer, schärfer, aufklärerischer, unnachgiebiger. Lau ist Scrooge zur Potenz. Da müssen sich seine Zeitgenossen so gut wie möglich anschnallen, dass sie nicht mit Haut und Haaren verschlungen werden. Kein Spaß, keine Untertreibung. Die Zeiten haben sich geändert, der Kapitalismus hat ungeahnte Ausmaße angenommen, der Neoliberalismus vernichtet Tag für Tag Existenzen, die Schere zwischen Arm und Reich wird sowohl international als auch innerhalb einzelner Staaten immer größer. Es gilt, dem Wahnsinn etwas entgegen zu setzen und dieses Etwas nennt sich Lau. Dieser Mensch leidet insgeheim an den Wunden, die er Menschen Tag für Tag zufügt. Ihm fällt gar nicht auf, wie krank die Gesellschaft geworden ist, in der er sich bewegt. Kein Wunder also, dass ihm selbst als schwer vom Schicksal Getroffenen die Augen nicht aufgehen. Ein ewiger Sieger darf nicht verlieren; sich einer Macht ausliefern, die er nicht als sein Spiegelbild decodieren kann.

 

Scrooge war einmal. Ein schrulliger Mensch, der für Weihnachten nichts übrig hat, weil er gegen seine eigene Wahrheit lebt, die ihn am Ende seines Lebens doch erhellt. Lau würde diesen Scrooge abwatschen, ihm vorwerfen, was für ein Weichei er geworden sei, nur weil er von drei Weihnachtsgeistern bezaubert wurde. Lau sieht die Weihnachtsgeister als Botschafter eines Lebens, das gegen seinen Willen vernichtet wird.

 

Meine Weihnachtsgeschichte ist endlich auf Augenhöhe mit der Vorlage. Ich schreibe das nicht aus Überheblichkeit oder weil ich glaube, mit Lau ident zu sein. Nein, ich bin davon überzeugt und total ehrlich. Ein Mitgrund für die Besonderheit von „Die Weihnachtsgeister des Herrn Lau“ ist die wunderbare Zusammenarbeit mit der Verlegerin und Lektorin Michaela Stadelmann, die der Geschichte durch ihre Ideen und Ergänzungen den letzten Schliff gegeben hat. Herzlichen Dank an dieser Stelle, liebe Frau Stadelmann!

 

Der lange Weg der Weihnachtsgeschichte ist noch nicht zu Ende. Er hatte einige Kurven und so manches Hindernis schien unüberwindbar zu sein. Doch es geht weiter, nicht nur geradeaus, sondern in alle möglichen Seitenwege, Kreuzungen, Schleichpfade. Meine Weihnachtserzählung ist Teil der Literaturgeschichte, und diese Erkenntnis tut nach dem Desaster der ersten Jahre verdammt gut.

 

Vorgabe: Ein einmaliger Krimi, kein Einheitsbrei!

Es begann damit, dass ich beim Aufräumen einen Zettel fand. Keine Ahnung, wann ich den geschrieben hatte. Nur wenige Wörter hatte ich geschrieben. Eine kleine Annäherung an eine Idee für einen Krimi, nicht mehr und nicht weniger. Aber ich erinnerte mich daran, einst Überlegungen angestellt zu haben, einen Krimi zu schreiben.

 

Nicht, dass die Welt auf einen Krimi von mir gewartet hätte. Krimis sind inflationär. Ein literarisches Genre, an dem sich schätzungsweise hunderttausende von Autorinnen und Autoren versuchen. Warum sollte ich diesem Sammelsurium einen weiteren Krimi hinzufügen? Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen Entwicklungsroman, Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke, ein Sachbuch und Essays geschrieben. Und nun also ein Krimi? Aber ich ließ nicht locker, schrieb schnell die wichtigsten Parameter auf, die unbedingt in diesen Krimi hinein sollten.

 

Mein Krimi sollte einmalig sein, keinen Einheitsbrei darstellen. Ich wollte den Kriminalroman nicht neu erfinden, daran mögen sich andere Autorinnen und Autoren versuchen. Nein, ich wollte mein eigenes Ding durchziehen, dem Krimi einen ganz persönlichen Charakter verleihen. Damit dieser persönliche Charakter eine Ausprägung erfährt, war es notwendig, spezifische Elemente als Voraussetzung einzuplanen. Das begann bei den Schauplätzen, führte hin zu Eigenheiten der handelnden Personen und ging bis zu Themata, die mir wichtig sind.

 

Als Schauplätze der „schüchternen Zeugin“ wählte ich den Zentralfriedhof, die Prater Hauptallee, den Sportclub-Platz. Drei meiner Lieblingsplätze in Wien. Andere Schauplätze habe ich freilich hinzugefügt, damit die Sache rund wird. Die Eigenheiten der handelnden Personen haben zum Teil mit mir, zum anderen Teil mit Menschen zu tun, denen ich begegnet bin oder die mir etwas bedeuten. So sind etwa Helga Anders und Arthur Schnitzler aus dem Krimi nicht wegzudenken. Tja, und dann die Themata: Ein bisserl „Traumnovelle“, gewürzt mit kafkaesken Elementen, die Liebe kommt nicht zu kurz, gespickt mit berühmten Fragen aus der (Literatur)geschichte und noch vieles mehr. Von diesen Aspekten ausgehend habe ich die Krimihandlung entwickelt, die sich durchaus verselbständigte.

 

Handelt es sich überhaupt um einen Krimi oder habe ich etwas ganz Anderes mit dieser Geschichte verbrochen? Nun ja, um einen „klassischen“ Krimi handelt es sich nicht, immerhin aber um einen psychologischen. Aber wann ist ein Krimi schon ein Krimi? Ich wollte ein ungewöhnliches Manuskript schreiben, und sehe das Experiment als gelungen an. Und ich habe mich sehr darüber gefreut, mit dem Arovell-Verlag einen kongenialen Partner für mein Projekt zu finden.

 

 

Es begann mit Schnitzler

 

 

Im Herbst des Jahres 2006 las ich zufällig davon, dass Arthur Schnitzler auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben ist. Ich entschied instinktiv, dieses Grab aufzusuchen. An einem windigen Tag war es mir nicht vergönnt, das Grab zu finden. Wie ich einige Tage später bemerkte, lag das daran, dass ich das Naheliegende nicht bedacht hatte. Das Grab ist keineswegs irgendwo versteckt, und schwer zu finden, ganz im Gegenteil…

 

 

 

Der Wiener Zentralfriedhof hat mich schon lange in seinen Bann gezogen. Es mag für manchen Zeitgenossen ungewöhnlich sein, dass es Menschen gibt, die eine Vorliebe für Friedhöfe haben, aber in meinem Fall ist dieses Interesse sozusagen „historisch gewachsen“. Jedenfalls kannte ich schon einige Routen, die ich häufig durchschritt. Zum ersten Tor des Zentralfriedhofes hatte ich mich jedoch bis zu diesem Tag im Herbst des Jahres 2006 noch nie zuvor begeben. Und dann fand ich also das Grab von Arthur Schnitzler, und erkundete danach den altjüdischen Friedhof, der zum Großteil stark verwildert ist.

 

 

 

Es dauerte einige Monate, bis in mir die Idee auftauchte, einen Zentralfriedhofs-Führer zu entwerfen, der den Lesern ermöglicht, diesen zweitgrößten Friedhof Europas auf individuelle Weise zu entdecken. Ich machte mich daran, neue Routen zu überlegen, welche von meinen altbekannten abweichen. Und siehe da: Nach einigen Tagen waren fünf Routen zusammengestellt, die nunmehr den Kernteil des Zentralfriedhofs-Führers ausmachen. Ich beschritt diese Routen selbstverständlich in jener Weise, wie ich sie dem geschätzten Leser darstelle. Wer diese Vorschläge durchliest, mag eine Vorstellung davon bekommen, inwiefern eine Route bevorzugt wird oder auch nicht.

 

Ich ergänzte meine Routen-Vorschläge mit kleinen Erlebnissen und Erfahrungen meinerseits, was spezielle Abteilungen innerhalb des Friedhofs betrifft (bpsw. den Babyfriedhof, den Park der Ruhe und Kraft und die russisch-orthodoxe Abteilung), erzählte von der Besonderheit von Allerheiligen und Allerseelen, und fügte einen Serviceteil hinzu. Dann hatte ich mein Vorhaben umgesetzt, und einen Zentralfriedhofs-Führer geschrieben, der Touristen und interessierte Einheimische mit einem Zentralfriedhof konfrontiert, wie er gewöhnlicherweise in der Fachliteratur nicht geschildert wird.

 

Wiederum einige Monate später wurde mein Zentralfriedhofs-Führer als sogenanntes mobilebook veröffentlicht. Ein mobilebook ist ein Buch, das auf einem Mobiltelefon gelesen werden kann. In Japan ist diese Form der Vermittlung von Literatur bereits ziemlich erfolgreich, in Europa und somit auch in Österreich eher unbekannt. Doch das Lesen von Büchern auf dem Mobiltelefon bietet die Möglichkeit, mal einen völlig anderen Lesegenuß zu erleben. Es freut mich also sehr, dass der bislang einzige Verlag, welcher mobilebooks entwickelt und vertreibt, meinen Zentralfriedhofs-Führer veröffentlichte.

 

 

 

 

Schließlich sollte es – erraten – nochmals einige Monate dauern, bis mein Zentralfriedhofs-Führer zunächst als E-book und dann endlich als print-book beim Publikationsnetzwerk Tredition veröffentlicht wurde. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, das auf das Lesen eines Artikels zurückzuführen ist, der unter anderem das Grab von Arthur Schnitzler zum Inhalt hatte…

 

 

 

Hinter den Kulissen von Sebastian

 

Mitte der 1990´er Jahre setzte ich mich mitten im Sommer insbesondere mit meiner Kindheit auseinander und es entstand die halbautobiographische Erzählung „Nennt mich Sebastian, den Erwachten“. Ja, es verhält sich tatsächlich so, dass sich Realität und Fiktion in etwa die Waage halten. Im Jahre 2000 lernte ich die Zeitschrift Federwelt und dessen Gründer Titus Müller kennen. Titus gründete damals auch einen E-book-Verlag, und noch im selben Jahr wurde „Nennt mich Sebastian, den Erwachten“ als E-book veröffentlicht.

 

Titus und ich schickten uns gegenseitig das Manuskript zu, bis es fertig lektoriert war. Durch das Lektorat gewann es zweifellos deutlich an Qualität. Falls Sie von Titus Müller noch nie etwas gehört haben sollten (was ich nur schwer glauben mag), dann sei darauf hingewiesen, dass er mittlerweile zu einem erfolgreichen Autor des Genres historischer Roman avanciert ist.

 

Im Rahmen zweier Autoren-Seminare, an denen ich in den Jahren 2000 und 2001 teilnahm, lernte ich schließlich Titus auch persönlich kennen und schätzen.

 

 

Eine junge Dame las beide Heftromane und war davon begeistert. Sie sagte mir, dass sie auf weitere Geschichten über Sebastian neugierig wäre. Gesagt, getan: Ich trat an Torsten Rybka heran, und er fand diese Idee gut. Also machte ich mich daran, eine völlig andere Erzählung zu schreiben. Ist „Nennt mich Sebastian, den Erwachten“ in der ersten Person geschrieben, so verhält es sich bei „Sebastian im Reich der Zwänge“ so, dass diese Geschichte in der dritten Person erzählt wird. Ein Freund von Sebastian erzählt über ihn und dessen zum Teil ausufernde Zwänge. Im November 2004 erschien „Sebastian im Reich der Zwänge“ als Heftroman.

 

Die zwei Leben des Sebastian

Diametrale Erzählungen

Engelsdorfer, 2006, 124 Seiten

 

 

Damit aber noch nicht genug. Weitere zwei Jahre später erschienen beide Erzählungen in einem Band, und zwar im Engelsdorfer Verlag. Damit muss die langwierige Geschichte über den eigenwilligen Sebastian aber noch nicht an ein Ende gelangt sein. Erweiterungen sind nicht ausgeschlossen, und wer vermag zu ahnen, was mir Sebastian noch alles einflüstern wird…