Meta-Blog und Mainstream

Einige Jahre war es ganz still um meinen Blog geworden. Doch mein 25-jähriges Autorenjubiläum hat mich im Herbst 2014 dazu bewogen,  wieder als Blogger aktiv zu werden. Seitdem sind einige Blog-Beiträge entstanden. Zwischendurch war ich parallel dazu ein gutes Jahr bei einer spezifischen Blogger-Plattform. Es handelt sich um eine community, die mich nach vielversprechendem Start nicht mehr überzeugt. Ein Faktor scheint über alle anderen erhaben zu sein: Die Klick-Rate! Und wer weder den Mainstream bedient noch ein Thema anspricht, das für hitzigen Diskussionsstoff zu sorgen verspricht, kann von keiner hohen Klick-Rate ausgehen. Nun, mir geht es mit den verstrichenen Jahren als Blogger immer mehr um Qualität. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich gleichermaßen Autor bin. Das Schielen auf möglichst viele Leser/innen ist für manche Autor/innen und zweifellos noch viel mehr Blogger/innen wichtig. Warum eigentlich? Ein Text soll etwas in Bewegung bringen, in Gang setzen, bestenfalls. Insofern ein Text nur wiederkäut, was ohnehin schon tausende andere Texte darstellen, ist er nur ein Beleg für den Mainstream, und somit uninteressant. Es gilt doch, etwas Besonderes zu schaffen, etwas, das die Menschen jenseits von Klick-Zahlen zu erreichen vermag!

 

Wie ich seit meinem Wiedereinstieg als Blogger bemerkt habe, fallen meine Klick-Zahlen – jedenfalls auf meiner Website – deutlich geringer aus als zwischen 2009 und 2012. Warum dies so ist, kann ich nicht sagen. Spielt aber auch keine große Rolle. Es gibt einige wenige Blog-Beiträge, die relativ viel gelesen worden sind, daran lässt sich gut ablesen, woran Menschen besonders interessiert sind, die sich auch abseits des Mainstream informieren wollen. Nachdem es sich hier um einen Blog handelt, der ausschließlich literarische Themen behandelt, können auch Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche Autor/innen gerne in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten. Immerhin gehört auch Marcel Proust dazu, dieser Blog hat dementsprechend ungebrochen seine Bedeutung, auch wenn er nicht allzu viele Leser/innen hat.

 

Was will ich damit überhaupt zum Ausdruck bringen? Wieso habe ich jetzt nicht über ein literarisches Werk, eine Autorin oder ein sonstiges literarisches Sujet geschrieben? Vielleicht gerade deswegen, weil es mir ein Bedürfnis war, die Wichtigkeit zu untermauern, welche die Literatur gerade in der heutigen Zeit hat. Einen Blog zu betreiben, der die Literatur im Fokus hat, gibt es denn so was? Ja, soll es geben! Nunmehr wieder ganz exklusiv an dieser Stelle, mit großer Freude, wenn auch nicht mit diesem großen Nachdruck, den ich über Jahre hinweg ausübte. Hie und da ein literarischer Strich, das ist allemal ein Gegenentwurf zu ewig gleichen Blog-Inhalten, die nur darauf aus sind, zu provozieren und gleichzeitig den Mainstream zu bedienen. Ich bleibe der Literatur treu und freue mich über jeden Leser! Danke für Ihre Aufmerksamkeit.