Bücher zum Nulltarif 

 

Wie ich kürzlich feststellen musste, ist die E-book-Version meines eben erst erschienenen Romans über allerlei illegale Gratis-Download-Portale zu haben. Freilich ein Umstand, der mich nicht unbedingt erfreut. Diese Nulltarif-Mentalität greift ja schon lange um sich. Bücher, Musik und Filme werden somit als Ware gehandhabt, die keinen Wert an sich haben.

 

Wenn ein künstlerisches Werk keinen Wert zugestanden bekommt, wird deutlich,

wie tief die Moral in dieser Welt gesunken ist. Es geht nur mehr darum, Zugang zu diesem und jenem zu haben, nicht um qualitative Aspekte. Wer meinen Roman gratis liest, findet es nicht der Mühe wert, sich um mich als Autor einen Deut zu

scheren. Als Urheber habe ich überhaupt keine Chance, dem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Das ist keinem Künstler möglich, und es gibt ja wohl zehntausende Betroffene.

 

Bücher zum Nulltarif „anzubieten“ ist nur ein weiterer Beleg dafür, welche Richtungen das weltweite Netz genommen hat. Im Grunde sind es Richtungen, die gar nicht verfolgt werden können. Wobei die „Gratis-Kultur“ immer stärker ausgeprägt ist. Nun, ich lese selbst sehr selten E-books. Genau genommen habe ich überhaupt erst ein oder zwei gelesen. Mir würde es auch nicht einfallen, mich eines Gratis-Download-Portals zu bedienen, von dem die Künstler nichts haben. Angesichts dieser Entwicklung ist anzudenken, dass von diesem Irrsinn betroffene Künstler wenigstens eine Entschädigung für den entstandenen finanziellen Nachteil bekommen. Und da kann ich auch gleich das bedingungslose

Grundeinkommen ins Spiel bringen, von dem JEDER MENSCH profitieren würde.

 

Auf der einen Seite werden Gemälde von seinerzeit verkannten oder auch

hochgelobten Malern für illusorische Summen ersteigert, die jeglicher Sinnhaftigkeit entbehren. Auf der anderen Seite wird Kunst als kostenlose

Massenware „vertrieben“. Zwei Seiten einer Medaille, die nur zu gut die Absurdität des Neoliberalismus und dessen Folgen aufzeigen.