"Zentralfriedhof, der Film" und die lange Nacht der Museen 2015

Am 3. Oktober 2015 war es soweit. Der in kongenialer Zusammenarbeit mit Peter Bosch

entstandene Kurzdokumentarfilm „Zentralfriedhof, der Film“ machte als Teil des Programms des Bestattungsmuseums anlässlich der langen Nacht der Museen Station. 

Die Aufbahrungshalle, in der als besonderes Highlight die Bestattung von Falco reinszeniert wurde, diente auch als Ausstrahlungsort des Films. Hierfür hatte sich das Team des Bestattungsmuseums ins Zeug gelegt. Es wurde linksseitig deutlich abgetrennt vom übrigen Szenario und dennoch als Teil davon, Kinoatmosphäre geschaffen. Also, eine Leinwand, auf die der Film zwischen 18 Uhr und 1 Uhr morgens ununterbrochen von einem Projektor projiziert wurde. Gemütliche Sessel aus Holz, Abdunkelung. Dieser Ort schuf eine mystische Atmosphäre, die dem Film sehr gerecht wurde.

 

Eine weitere Attraktion in der Aufbahrungshalle war es, einen Sarg bemalen zu können. Nachdem das Bestattungsmuseum in dieser Nacht einen sehr guten Zulauf hatte, ist davon auszugehen, dass viele Menschen zumindest einen Blick auf den Film geworfen haben. Wie viele Personen ihn sich ganz angesehen haben, ist freilich unmöglich anzugeben. Im eigentlichen Bestattungsmuseum läuft noch für einige Zeit eine Sonderausstellung, die einige prominente Persönlichkeiten in den Blickpunkt stellt. Darunter Kardinal König, Ernst Happel und natürlich Falco. Bewegte Bilder des Begräbnisses des Letztgenannten wurden sowohl in der Aufbahrungshalle als auch im Bereich der Sonderausstellung gezeigt.

 

Und nach dem Besuch von Aufbahrungshalle und Bestattungsmuseum genossen Peter Bosch und ich noch einige Stunden die lange Nacht der Museen. Ich hielt mich in der Munch-Ausstellung in der Albertina auf. Hierbei wurde mir bewusst, wie viele Zaungäste unterwegs waren. Offensichtlich Leute, die überhaupt keine Ahnung von Munch haben, und – unglaublich, aber wahr! – richtiggehend darüber entsetzt waren, wie negativ die Lebenseinstellung dieses Künstlers gewesen sein muss. Wahrscheinlich war diesen „Besuchern“ nicht mal bewusst, dass die Ausstellung den Titel Liebe, Tod und Einsamkeit trägt. Wie auch immer, ich fand die Präsentation zahlreicher Druckgrafiken großartig und ließ mich von den unzähligen Besucher/innen überhaupt nicht nervös machen. Sehr nett war zudem, dass eine offenbar aus Norwegen angereiste Geigerin tiefgründige und gleichermaßen manchmal ins Fröhliche hinaufsteigende Melodien erklingen ließ.

 

Nach einem Abstecher im nahezu verwaisten Literaturmuseum, das mich nicht unbedingt mitriss, folgte zur Krönung des Abends oder auch der Nacht eine Erkundung der Fix und Foxi – Ausstellung im BA Kunstforum. Als Kind habe ich ja sehr viele Comic-Hefte und Bücher gelesen, darunter auch jede Menge Fix und Foxi. Nunmehr war es möglich, auch einige Strips aus den allerersten Jahren zu lesen, was ich auch ausführlich tat. Hier waren zum Unterschied zur Munch-Ausstellung ausschließlich Menschen zugegen, die ernsthaft am Sujet interessiert waren. Gegen 23 Uhr schauten sich gut 15 Kinder in einer Video-Ecke Fix und Foxi – Filme an. Und ein Junge von höchstens neun

Jahren betrachtete die an den Wänden drapierten Comics mit kritischem Blick.

 

Alles in allem erwies sich dieser 3. Oktober 2015 als großartiger Tag. Und die Fotos, die im Bestattungsmuseum und der Aufbahrungshalle entstanden sind, dokumentieren eindrucksvoll, dass auch der Film zumindest Neugier erweckte.

 

 

Copyright der Fotos: B & F Wien/Bestattungsmuseum