25 Jahre Autor 

Vor deutlich mehr als zwei Jahren habe ich meinen letzten Blog-Eintrag vollzogen. Ich hatte ein Archiv eingerichtet, und damit den Anschein erweckt, als seien weitere Berichte aus meinem Schreibexil ausgeschlossen. Doch wie heißt es so schön: Sag niemals nie und so reaktiviere ich aus relevanten Gründen diesen Blog.

 

Dieses Jahr 2014 hat auch dahingehend eine Bedeutung für mich, weil ich mein 25-jähriges Jubiläum als Autor begehe. Im September 1989 habe ich erste Schritte unternommen, mich literarisch auszutoben. Es waren meist kurze Texte, mein Mentor, der wunderbare Herr Zsilla, hat das Flämmchen gesehen, das in mir loderte. Und ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ich 25 Jahre später eine Flamme in mir verspüre, die mein Leben beleuchtet. Schreiben und Leben gehören zusammen. Literarisches Schreiben ist der Versuch, das Leben zu begreifen und daraus Schlüsse zu ziehen.

 

Wenn ich auf diese 25 Jahre zurück blicke, so erinnere ich mich an viele Stunden des Zweifels, der ständig aufkommenden Frage, ob ich denn wirklich ein Autor bin, der seinen Weg geht oder doch nur einer, der glaubt, vielleicht zum Autor zu taugen. Seit einigen Jahren hat sich in mir die Überzeugung gebildet, dass mein Autoren-Dasein genau meinem innersten Wesen entspricht. Ich gehe den Weg, der für mich der Richtige ist.

 

Zu wissen, wodurch der eigene Weg gekennzeichnet ist, setzt Ehrlichkeit voraus. Insofern die geringsten Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Weges bestehen, sollten Konsequenzen gezogen werden. Mein Weg als Autor war steinig, anspruchsvoll, weit verzweigt, von manchem Hindernis verstellt. Doch im Grunde ist es der Weg, den ich auch weiterhin zu gehen bereit bin.

 

In den letzten beiden Jahren habe ich zwei weitere literarische Projekte abgeschlossen.  Zum Einen eine ungewöhnliche Autobiographie, zum Anderen einen Roman der anderen Art. Hinzu kommt die Veröffentlichung meiner Erzählung „Wunschfrei“ vor wenigen Monaten. Damit schließt sich der Kreis ununterbrochenen 10-jährigen Schaffens, nachdem ich von 1998 bis 2004 eine künstlerische Pause eingelegt hatte. Diese zweite Phase (die erste Phase dauerte von 1989 bis 1997) hat mich als Autor wachsen und reifen lassen. Gut möglich, dass jetzt wieder eine Schaffenspause eintritt. Denn ich habe das Gefühl, neue Richtungen einschlagen zu wollen, mich in neuen Herausforderungen zu versuchen, die freilich eine literarische Komponente haben, jedoch nicht unbedingt darauf hinaus zielen, wiederum weitere eigenständige literarische Projekte voranzutreiben. Es geht um die Auseinandersetzung mit anderen Biographien, anderen Leben, anderen Schreibstilen, vielleicht auch um essayistische Auseinandersetzungen. Was ein wenig kryptisch anklingt, wird früher oder später aufgelöst.

 

Jedenfalls werde ich alles mir mögliche tun, meinen neuesten Roman bei einem größeren Verlag unterzubringen. Ich habe das Gefühl, dass dieser Roman mehr noch als jedes andere literarische Projekt von mir eine größere Leserschaft verdient, und bin diesbezüglich auch schon bestätigt worden. Nach 25 Jahren literarischer Tätigkeit ist es an der Zeit, dass dieser nach außen hin sichtbare „Erfolg“ geschieht. „Erfolg“ dahingehend, dass ich dann dort angelangt bin, wo ich das Gefühl habe, hinzugehören. Das hat nichts mit Größenwahn, sondern ehrlicher Selbsteinschätzung zu tun. Es geht auch nicht um äußeren „Erfolg“, sondern um einen Verdienst, der mir zusteht. 25 Jahre literarisches Schreiben fänden in diesem Falle einen schönen Zieleinlauf.

 

Sollte es nicht so kommen, wie ich es mir wünschte und entspräche, dann werde ich dennoch nicht aufhören, mich der Literatur zu verschreiben. Es wird noch mehr im Stillen sein, noch mehr im Hintergrund. Doch es wird mein Leben lang die Literatur meine Berufung bleiben, daran kann und wird sich so und so nichts ändern.