3 Jahre www.literaturexperte.com oder das Archiv

Kaum zu glauben, aber meine Website hat jetzt auch schon drei Jahre auf den Buckel. Und es ist an der Zeit, über die Dynamik von Websites zu philosophieren. Von Anfang an war es mir wichtig, meine Website userfreundlich zu gestalten. Die wesentlichen Informationen sollten schnell angesteuert werden können, Neuigkeiten im Vordergrund stehen. Einige Male habe ich kleine Adaptionen vorgenommen, im Sinne eines dynamischen Prozesses entwickelt sich eine Website von Tag zu Tag weiter.

 

Eine Website vereinigt in sich – je nachdem – mehr oder weniger Daten. Diese Daten können anwachsen oder sich auch reduzieren, je nachdem, was der Webmaster vorhat. Eine Website kann einen sehr persönlichen Anstrich haben oder die Sachebene des „Schöpfers“ kultivieren. Wie auch immer, früher oder später mag das Eine oder Andere nicht mehr den Zahn der Zeit darstellen, und jetzt kommt das Archiv ins Spiel. Blogs sind im Zeitalter des weltweiten Netzes nicht mehr wegzudenken, Menschen betreiben aus den unterschiedlichsten Gründen Blogs und schreiben dort hinein, was auch immer für sie wichtig oder unwichtig genug ist, um einem Publikum präsentiert zu werden. Manche Blogger haben für großes Aufsehen gesorgt, und in manchen Fällen eine konstruktive Richtung – wohin auch immer – vorgegeben. Andererseits kann im Rahmen eines Blog allerlei Schwachsinn verzapft werden, die Bandbreite des menschlichen Vorstellungsvermögens ist immens.

 

Nun also das Archiv. Ich blogge seit 2004, meine zwei alten Blogsites sind noch nicht stillgelegt (Blogspot, myblog) und mein nunmehriges Blog ist Bestandteil meiner Website. Knapp 350 Blogeinträge sind im Laufe der Jahre entstanden, das ist ein Schnitt von etwas weniger als einem Blogeintrag pro Woche. Klingt gar nicht mal viel, aber ich war auch immer bemüht, nur Dinge zu bloggen, die für mich tatsächlich von Relevanz sind. 2011 habe ich sogar kurzfristig überlegt, eine Auswahl von Blogeinträgen als „Abgesang auf die Nullerjahre“ in welcher Form auch immer zu veröffentlichen. Nun gut, es muss ja nicht alles gleich an die große Glocke gehängt werden und so ein Blog lebt ohnehin vom guten Willen des Verfassers. Tatsächlich bin ich zur Auffassung gelangt, dass ein Blog nicht in alle Ewigkeit geschrieben werden muss. Alles geht irgendwann zu Ende, nichts hält ewig und auch wenn ich Jahr für Jahr so weiter machen könnte, habe ich beschlossen, aus dem Notizblog ein Notizblog-Archiv zu machen. Damit ist angezeigt, dass der Blog als abgeschlossen gilt, und User nach Belieben in den Einträgen herumstöbern können, wenn ihnen danach ist. Weitere Einträge werden nicht folgen.

 

Im Sinne der Dynamik meiner Website wird sich immer wieder etwas tun. Dieser Blog, der nunmehr den Status eines Archivs einnimmt, hat mit dem Eintrag zu „Alle sieben Wellen“ jede Menge Klicks generiert, und damit ist eindrucksvoll bewiesen, welches der zahlreichen Bücher und Themen, die ich vorgestellt habe, den ersten Rang einnimmt. Das ist nicht mehr zu toppen, zumindest gehe ich nicht davon aus. Und so ziehe ich mich also als Blogschreiber zurück, verstärke dadurch vielleicht sogar meine Präsenz als Literaturexperte.

 

Wie schrieb Andy Lettau so schön und den „Nagel auf den Kopf“ treffend:

Jürgen hat eine starke Affinität zu Fernseh-Krimis, Friedhöfen, Theologie und Fußball. Und natürlich zur Literatur, die er mit einem "Experte" und einem .com dahinter augenzwinkernd auf seiner Homepage zur Herzensangelegenheit erklärt. Ihm geht es nicht darum, Literatur in Massen zu verschlingen und sie bildungsbürgergleich stolz ins Regal zu stellen, sondern sie zu verinnerlichen.

 

Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich könnte immer und ewig im Rahmen eines Blogs neue Bücher und neue mit der Literatur in Verbindung stehende Themen besprechen, aber das verinnerlichen von Literatur sollte die Hauptsache sein.

 

So mag das Notizblog-Archiv ein hoffentlich interessantes und in einigen Fällen sogar lustiges Nachschlagewerk sein!