Es war einmal ein Verlag

Mir sind bisher nur sehr wenige Verlage untergekommen, wo ich davon überzeugt war, dass die Verleger ihre Projekte mit Herzblut umgesetzt haben. Meistens geht es nur um Kommerz, darum Verkaufserfolge zu erzielen, immer öfter gilt es, mit Provokation zu punkten. Dabei gibt es so viele Autorinnen und Autoren, die tatsächlich etwas zu sagen haben und sich nicht in Elfen, Zauberer, Hexen, Vampire oder Schreihälse verwandeln wollen, weil es der Buchmarkt so „fordert“.

 

Glückliche Umstände haben es ermöglicht, dass ich in direktem Kontakt zu einer VERLEGERIN gekommen bin, welche mit mir in Zusammenhang zu meiner ungewöhnlichen Weihnachtsgeschichte kooperiert hat. Michaela Stadelmann hat ihr Herzblut in die Projekte ihrs Verlages gesteckt. Der Wunderwaldverlag hat wunderbare Bücher herausgebracht, und die Serie Lit.Limbus ist in der deutschsprachigen Verlagslandschaft eine einzigartige Idee, die ausgezeichnet umgesetzt worden ist. Kurzum: Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich in zwei Anthologien des Verlags vertreten bin und zudem meine Weihnachtsgeschichte im Rahmen der Serie Lit.Limbus veröffentlicht wurde. Danke für die Zusammenarbeit, Frau Stadelmann!

 

Frau Stadelmann war buchstäblich alleinverantwortlich für ihren Verlag, und hat innerhalb kürzester Zeit Wunder bewirkt. Bücher, die durch ein ausgezeichnetes Lektorat gegangen sind, wie ich es vorher kaum für möglich gehalten hätte. Heftromane, deren literarische Qualitäten weitaus höher zu bewerten sind als viele sogenannte „Bestseller“, die durch extremes Marketing und/oder „bekannte“ Namen kommerziellen Erfolg erzielen. Zu diesen großartigen Ergebnissen kann ich Michaela Stadelmann nur aus vollem Herzen gratulieren.

 

Wie aber der Titel dieser Episode („Es war einmal ein Verlag“) schon nahelegt, hat sich Frau Stadelmann entschlossen, ihren Verlag zu schließen. Wieder einmal also muss ein Verlag die Pforten schließen, der für Furore hätte sorgen können! Oh nein, er hat ja für Furore gesorgt, doch wussten davon – leider – nur Insider. Der Wunderwaldverlag ist aber gar nicht gescheitert, er hat nur etwas zu transportieren versucht, was heutzutage fast schon verpönt ist: Nämlich Leser/innen literarische Texte nahezubringen, die nicht auf ein Zielpublikum hingeschrieben sind, sondern durch Originalität überzeugen.

 

Im Rahmen der Lagerräumung sind derzeit zahlreiche Werke zu günstigen Preisen zu haben. Wer also Interesse an ungewöhnlichen Büchern hat, der wird dort sicher fündig!

 

Bleibt mir nur noch, mich auf einige Bücher des (Ex)-Verlags zu freuen, die mir schöne Lesestunden bescheren werden.