Bücher, Bücher, E-books...

Langsam wird auch der deutschsprachige Raum von einem Phänomen mehr als nur gestreift. Das sogenannte E-book ist ein typisches Erzeugnis des Zeitalters des weltweiten Netzes. Vor zwanzig Jahren hätte kein Hahn danach gekräht, was aber auch kein Wunder ist, denn das Internet war da noch in den Kinderschuhen. Das E-book hat den Vorteil, dass es der Leser problemlos in die Tasche stecken kann, nur eben nicht unbedingt nur ein einziges davon, sondern gern auch hundert oder tausend. So mancher Zeitgenosse in U-Bahn oder Straßenbahn nutzt die Möglichkeit, E-books auf irgendwelchen Readern zu lesen, ganz ungeniert.

 

Sind E-books der Weisheit letzter Schluss, läuten sie das Ende des klassischen Buches ein, oder ist überhaupt alles Humbug, weil eh bald die Welt untergeht? Nun ja, E-books sind eine gute Ergänzung zu den Büchern, wie wir sie seit Jahrhunderten kennen. Ich muss gestehen, nur marginal auf E-books zuzugreifen. Denn ich mag es, in Büchern zu blättern, manchmal nach Lust und Laune umzublättern, vorzugreifen oder innezuhalten. Meine kleine, feine Bibliothek wird von E-books nie übertroffen werden können. Und was in 100, 1000 oder 10.000 Jahren sein wird? Schau ma mal, ob da der Mensch überhaupt noch Lust oder zumindest Interesse verspürt, mittels welchen Mediums auch immer zu lesen. E-books sind der Anfang einer Revolution, die noch lange nicht ausgestanden ist. Die totale Technisierung der Welt schreitet voran, auch wenn der Großteil der Menschheit nichts davon hat und die Schöpfung ansonsten sowieso durch die Finger schaut. Ein E-book hat kein Alter, es kann auf und abgedreht werden, wenn dies der Leser will und die Verbindung nicht gestört ist. Ein Buch, also das Ding mit Deckeln und Blättern aus Papier dazwischen, hat ein Lebensalter, es wurde irgendwann gedruckt, und es ist spannend, in einem „alten“, sprich antiquarischen Buch zu schmökern.

 

Gibt es irgendetwas, das für das E-book spricht? Ja, natürlich, die Tatsache, dass es eine andere Form des Lesens ermöglicht, eine, die bei einem Umzug des Lesers in ein anderes Häuschen oder eine andere Wohnung nicht unzählige mit Büchern prall gefüllte Kartons in Bewegung bringt, und somit für viel Schweiß sorgt. Auch ich bin vom Virus des E-books infiziert, ich gebe es ja zu. Einige meiner Werke sind als E-book erhältlich, auch wenn sie noch nicht weggehen wie die warmen Semmeln. Sie sind Teil einer Bibliothek, die nur digital existiert. Angeblich oder vielleicht sind digitale Spuren nie auszulöschen, möglicherweise werden meine E-books also sogar länger leben als die viel älteren klassischen Bücher, die in allerlei Bibliotheken, auf allerlei Nachtkästchen und überhaupt an allen möglichen Plätzen anzutreffen sind.

 

Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch und davon ist nicht mal das E-book ausgenommen, auch wenn der Leser es nicht mit klassischen Eselsohren verunstalten kann. Ach ja, und E-book gefällt mir besser als „elektronisches Buch“, auch wenn ich ansonsten Verfechter deutschsprachiger Begriffe bin.