Der Mann im Salz

Der Besuch des Salzbergwerkes in Dürrnberg ist ein großes Erlebnis. Im Rahmen der Tour wurde auch auf den Zusammenhang zum „Mann im Salz“ hingewiesen. Während eines kleinen Spaziergangs in Dürrnberg bin ich dann bei einer Gedenktafel vorbeigekommen, wo auf die ehemalige Existenz des Freudenberg-Stollens hingewiesen wird. In diesem Stollen wurde der berühmte „Mann im Salz“ aufgefunden. Ein Mann, der über Jahrhunderte im Salz konserviert gewesen war, und dessen Auftauchen eine Sensation darstellte.

Dieses ungewöhnliche Ereignis wurde von Ludwig Ganghofer literarisch aufgearbeitet.

 

Wer diesen Roman liest könnte ein wenig enttäuscht sein. Es dauert nämlich ziemlich lange, bis der „Mann im Salz“ auftaucht. Großteils handelt es sich um eine Liebesgeschichte zwischen einem zunächst unfreiwilligen Bergmann und einer jungen Dame, die ihn insgeheim in diese Geschichte hineingezogen hat. Der „Mann im Salz“ wird von manchem Bürger als vom Teufel besessenes Unikum betrachtet, dem ein Exorzismus nicht schaden würde. Überhaupt gehen die Wogen hoch, wie es sein kann, dass ein Mensch so lange vom Salz konserviert sein kann. Das kann nicht mit rechten Dingen hergehen, oder? Und die Frage, welches Begräbnis diesem Mann zuteil werden soll, kann nur mit großem Brimborium beantwortet werden.

 

Kurzum hat Ganghofer ein kleines Märchen gestrickt, das von einer Liebesgeschichte umrahmt wird. Interessant hierbei ist vordergründig die Sprache, der sich Ganghofer bedient. Eine Sprache, die weit über den durchaus vorhandenen Kitschfaktor hinausgeht. Tatsächlich mag der Roman eine Mischung aus Kitsch- und Abenteuerroman sein. Im sehenswerten Keltenmuseum in Hallein ist einiges über den „Mann im Salz“ und über das gefährliche Leben der Knappen im Salzbergwerk zu erfahren. Die Lektüre ist allemal eine interessante Ergänzung zu den Besuchen von Salzbergwerk und Keltenmuseum.