Heftromane

Es gab mal eine Zeit, da habe ich mich mit Heftromanen intensiver auseinander gesetzt. In den meisten Fällen war das gar nicht mal so üble, jedoch einfach gestrickte Literatur. Dann sind viele, viele Jahre ins Land gezogen, bevor ich wieder zur Heftroman-Lektüre griff. Und es war ein Volltreffer! Denn die Heftromane aus dem Hause Wunderwaldverlag führen dem Leser vor Augen, dass ausgezeichnete Literatur und Heftromane einander nicht widersprechen müssen. Heftromane haben heutzutage den Status der Herz-Schmerz-Einerlei-Eindimensionalität. Aber es gibt ein Leben außerhalb unglücklicher Liebesgeschichten, die dann doch immer gut ausgehen und Fantasy spielt in manchen Serien ohnehin eine tragende Rolle.

 

Perry Rhodan ist sicher das beste Beispiel für eine gelungene Heftroman-Serie. Ich habe einige Perry-Rhodan-Romane gelesen und spreche der Serie einen gewissen literarischen Anspruch nicht ab, zumal etwa mit Andreas Eschbach, Titus Müller und Leo Lukas sehr gute Autoren Akzente setzen konnten. Die Frage ist nur, ob über das Perry Rhodan – Universum hinaus der Heftroman irgendwann wieder eine neue Blütezeit erleben könnte? Zweifellos ist dies wünschenswert, da so ein kleiner Heftroman durchaus eine geballte Ladung literarische Kraft entfalten kann.

 

In Zeiten des weltweiten Netzes gibt es Projekte, die den Heftroman als Online-Ausgabe gratis anbieten. Besonders hinweisen möchte ich diesbezüglich auf den Geisterspiegel.

Die Abqualifizierung des Heftromans als Trivialliteratur, ja sogar die Schmähung als Schundliteratur sollte nicht bis zum St. Nimmerleinstag Bestand haben. Der Wunderwaldverlag und auch der Geisterspiegel leisten punkto Aufwertung des Heftromans in literarisch anspruchsvolle Höhen Pionierarbeit.