Monk

Die letzte Episode der Serie „Monk“ hat mir nicht wirklich behagt. Acht Saisonen lang habe ich mich mit dieser Serie auseinander gesetzt, die neben „Six feet under“ zu den besten amerikanischen Serien der Nuller-Jahre zählen mag. Und dann diese letzte Episode, die „Monk“ endlich Klarheit über den Tod seiner Frau Trudy gibt. Einen gemeinen Giftanschlag hat er auch überlebt und neben einer kurzen Zusammenfassung seines Lebens abseits von einem geregelten Polizei-Alltag bietet die letzte Folge als „krönenden“ Abschluss die offensichtliche Rückkehr als vollwertiger Polizist in seine Dienststelle. Sind die Zwangsneurosen bald wie weggewischt? Wird er nie wieder Probleme mit seinen Phobien haben? Ist er durch die Aufklärung seines wichtigsten Falles in der Position, sein Leben von vorne beginnen zu können?

 

Drehbücher sind immer so eine Sache. Im Falle der Serie „Monk“ bieten die diversen DVD-Boxen ein wenig Einblick in die Arbeit der Drehbuchautoren. Tatsächlich haben mehrere Drehbuchautoren an der Serie gearbeitet. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Einzelne Autoren hätten möglicherweise  nicht den dauerhaften Erfolg der Serie garantiert. Die Qualität insbesondere der ersten vier Staffeln kann nur als fantastisch bezeichnet werden. Doch die letzte Staffel hat zu sehr darauf Augenmerk genommen, Adrian Monk als Menschen zu zeigen, der mit seinen „Geistern der Vergangenheit“ konfrontiert wird,  und schließlich sozusagen den Kampf gewinnt. Freilich ist es legitim, eine dermaßen erfolgreiche Serie in aller Ruhe ausklingen zu lassen, keine Sensationen einzubauen. Adrian Monk ist also wieder der „normale“ Kriminalist und wird als Teil eines Teams arbeiten.

 

Nicht, dass ich dieses Ende anders hätte schreiben wollen oder können. Aber „Monk“ wurde jahrelang von mehreren Autoren geschrieben, die dann auch über den Verlauf der Serie abgestimmt haben. Konnte wirklich keine bessere Alternative gefunden werden als dieses buchstäbliche – oh ja – kitschige Ende? Die vorletzte Episode hat mich begeistert, mir sehr viel Spannung für das große Finale versprochen. Doch dann spinnen sich die Fäden irgendwie zusammen, alles wird klar, und „Monk“ ist also Geschichte.

 

Vielleicht wäre es besser gewesen, die Serie – wie etwa auch „Six feet under“ – nach fünf Staffeln zu beenden. Möglicherweise konnten sich die Drehbuchautoren zu sehr zurücklehnen und auf den Lorbeeren ausruhen, die sie in den ersten vier Staffeln geerntet hatten. Mir wird „Monk“ fehlen, ich werde mir gerne immer wieder mal meine Lieblingsfolgen anschauen. Dennoch bleibt ein bitterer Nachgeschmack zurück. Die Figur „Monk“ wurde zu eindeutig, zu selbstverständlich wieder in den Polizeialltag integriert. Das ist nicht nur wenig glaubwürdig, sondern schlicht zu glatt.

 

Und dass die Drehbuchautoren viel drauf haben lässt sich vergleichend auch daraus ersehen, wenn ein einzelner Autor sich an die Figur „Monk“ heranwagt. Die „Monk“-Romane reichen nicht an die Serie heran. Wobei sich dieser qualitative Abstand in Zusammenhang zur letzten Staffel deutlich verringert hat.