Abgesang auf die Nuller-Jahre

 

In den letzten Wochen des Jahres 2009 war plötzlich in allen möglichen Medien von den zu Ende gehenden Nuller-Jahren die Rede. Fast ein ganzes Jahrzehnt lang hatte es überhaupt keinen Begriff für diese Zeitspanne gegeben, und dann überschlugen sich die Berichte. Das geht sogar so weit, dass schon jetzt Bücher über dieses Jahrzehnt veröffentlicht sind.

 

Mein persönliches Resümee der Nuller-Jahre fällt durchaus positiv aus. Ich habe mir den Status des Literaturexperten jedenfalls in diesem gerade zu Ende gegangenen Jahrzehnt erarbeitet.  Gut 200 Rezensionen habe ich geschrieben, zwei davon wurden als Link-Empfehlungen der freien Universität Berlin auf deren HP gesetzt. In Zusammenhang zu einer Rezension eines Buches von Franzobel gab es eine lustige Kommentar-Kette im Online-Standard, in der ich als „Prof.“ bezeichnet worden bin. Vielleicht erlange ich ja irgendwann einmal einen Ehrentitel, doch noch bin ich zu jung hierfür. Meine Rezensionen finden guten Widerhall, was mich schon ein wenig stolz macht.

 

Ebenfalls in die Nuller-Jahre hinein fällt meine verstärkte literarische Tätigkeit. Es entstanden in dieser Zeitspanne drei Romane, ein Sachbuch, ein Kinderbuch, und Erzählungen. In den ersten beiden Jahren der Nuller-Jahre nahm ich an zwei Autoren-Workshops in Berlin teil, und lernte hierbei u.a. Titus Müller, Sandra Uschtrin, -ky und Andreas Eschbach kennen. 2004 bis 2005 wurde mein Schreiben durch ein Schreibforum neu motiviert, das mittlerweile seine Pforten wieder geschlossen hat. Das letzte Jahr der Nuller-Jahre schließlich bescherte mir meine erste Krimi-Veröffentlichung, was mich besonders gefreut hat. Insbesondere auch, weil der Krimi vom renommierten Arovell-Verlag veröffentlicht wurde. Die Teilnahme an der Krimi-Nacht 2009 war ein weiteres Highlight in diesem Kontext.

 

Die nun begonnenen Zehner-Jahre werden mit Sicherheit viel Neues mit sich bringen. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses neue Jahrzehnt, das ich mit einem persönlichen Paukenschlag begrüße.

 

Es ist zu hoffen, dass die Krisen, die am Ende der Nuller-Jahre verstärkt ersichtlich wurden, dazu führen werden, die Geschicke der Menschheit in eine Richtung zu lenken, welche sich an Solidarität, Gerechtigkeit, und einem Wirtschaftssystem mit freundlichem Antlitz orientieren. Eines haben die Nuller-Jahre nämlich bewiesen: So wie sich die Weltlage entwickelt hat, kann und darf es nicht weitergehen. Kapitalismus und Neoliberalismus können nicht die einzigen Faktoren sein, denen (multinationale) Unternehmen und Politiker „Wert“ beimessen, worunter Milliarden von Menschen in Form von Ausbeutung, Versklavung, Missbrauch, Armut und Geringschätzung zu leiden haben. Möge es in einem konstruktiven Sinne für die Menschheit und alle sonstigen Bewohner dieses Planeten Erde in den vor uns liegenden Zehner-Jahren aufwärts gehen, und positive Zeichen gesetzt werden, die dem Planeten, auf dem wir leben, alle Ehre erweisen!