20 Jahre Autor

 

Der September 1989 ist als Beginn meines literarischen Schreibens anzusehen. Nicht, dass ich damals das Gefühl gehabt hätte, mich hätte die Muse geküsst, und mir wäre ein Schleier von den Augen gefallen, sodass ich in meine Zukunft und mein Leben als Autor gesehen hätte.

 

Es begann nämlich ganz harmlos mit dem Versuch, einen Roman zu schreiben. Einige Monate habe ich mich daran versucht, über Gott und die Welt und insbesondere mich selbst zu schreiben. Der Versuch misslang gründlich. Ich schrieb seinerzeit noch alles mit der linken Hand und machte mir einige Zeit später die Mühe, den Roman auf einer mechanischen Schreibmaschine abzutippen, was viel Zeit kostete. Und dann schickte ich das Konvolut an einen ziemlich großen Verlag in Deutschland und erwartete mir tatsächlich, dass ich zumindest eine Antwort bekäme. Mit meinem damals besten Freund diskutierte ich über die Geschichte. Er hatte sie als einzige Person gänzlich gelesen, und nicht unbedingt hymnisch gelobt. Immerhin gefiel ihm eine Textpassage sehr gut.

 

Keine Ahnung, wie viele Monate es dann dauerte, bis ich vom Verlag eine Antwort (ich denke, inklusive Manuskript) bekam, die selbstverständlich negativ ausfiel. Das tat meiner neu entwickelten Schreibenergie keinen Abbruch. Ich war weiter bemüht, mit Inbrunst an neuen Projekten zu arbeiten. Einige Erzählungen entstanden, von denen ein oder zwei durchaus eine gewisse Qualität aufwiesen. Mindestens drei Mal schrieb ich die Anfänge von Geschichten, aus denen „Romane“ werden sollten, doch ich kam nie weiter als bis zu dem Punkt, von dem aus ich kein Ende des Tunnels sah.

 

Meine plötzliche Begeisterung für das Schreiben hatte mein wunderbarer Deutsch-Lehrer in mir entfacht. Er hat mich gefördert, inspiriert und in nur wenigen Wochen vermocht, mein Leben auf den Kopf zu stellen. Ohne ihn wäre ich nie zu dem geworden, der ich jetzt bin. Er verstarb leider viel zu jung nur ein knappes Jahr nach unserer ersten Begegnung an Leukämie.

Meinem Mentor werde ich immer grenzenlos dankbar sein.

 

Ich denke sehr gerne an die Zeit meiner Anfänge als Autor zurück. Viele handgeschriebene Manuskripte, welche ich freilich aufbewahrt habe, sind Zeugen dieser ersten Schritte. Es sollte knapp acht Jahre dauern, bis ich wieder in der Lage war, einen Roman fertig zu stellen, den ich ebenso wenig wie den ersten als gelungen einstufen kann. Doch in den Jahren danach habe ich dann vier Romane verfasst, denen ich genug Qualität zugestehe, sodass sie eine Veröffentlichung rechtfertigen. Nächstes Jahr ist die Veröffentlichung meines dritten Romans geplant, der vierte könnte eventuell 2011 folgen.

 

Das Schreiben war, ist und bleibt die Berufung meines Lebens. Selbst, wenn ich nicht schreibe bzw. an keinem neuen Projekt arbeite, bin ich innerlich in Schreib-Sphären. Nicht nur in Gedanken, weil ich ja nicht ausschließlich mein Verstand bin, sondern ebenso von meiner Gefühlslage her. Und das ist gut so.