Kritik

 

 

Kürzlich erschien auf Amazon eine „Rezension“ meines „Zentralfriedhofs-Führer“, deren Inhalt die Verärgerung des Lesers zum Ausdruck bringt. In gezählten 44 Wörtern kommt es zum Rundumschlag gegen das Buch. Hauptvorwürfe sind „philosophische Betrachtungen“, und „Wiederholungen“. Es geht mir jetzt nicht darum, diese „Vorwürfe“ zu entkräften, sondern grundsätzlich auf meinen Umgang mit Kritik einzugehen.

 

Konstruktive Kritik liegt mir sehr am Herzen. Manche Kritik hat mich auf Einzelheiten aufmerksam gemacht, für die ich als Autor wohl „betriebsblind“ bin. Erst kürzlich wies mich eine Autorin anlässlich einer literarischen Veranstaltung auf ein derartiges Detail hin, worüber ich mich gefreut habe. Gar nicht vertragen kann ich aber Kritik, die Allgemeinplätze bedient, und keinerlei Ziel verfolgt. Der „Zentralfriedhofs-Führer“ ist mir besonders wichtig, weil mir der Zentralfriedhof besonders wichtig ist. Auf meine persönlichen Bezüge zum Wiener Zentralfriedhof gehe ich im Laufe des Buches mehrfach ein, und eines meiner Hauptziele besteht darin, interessierte Menschen zu animieren, diesen zweitgrößten Friedhof Europas ganz individuell zu entdecken. Da ich einige hochinteressante Plätze und insgesamt fünf Routen beschreibe, die sich mit diesen Plätzen freilich auch verschränken, ergibt sich logischerweise die Notwendigkeit einer Wiederholung dahingehend, dass ich auf die genauen Beschreibungen der Plätze verweise.

 

Ein Friedhofsgänger schrieb mir einst eine E-Mail, wo er – diametral entgegen gesetzt zur absurden Kritik, die Gegenstand und „Ursache“ dieses Tagebuch-Eintrages ist – sich dafür bedankt, dass er mit Hilfe meines Buches einige für ihn zuvor unbekannte Stellen des Wiener Zentralfriedhofes entdeckt hat. Er weist in seiner Rezension auf den fehlenden Übersichtsplan hin, wobei er nicht vergisst hinzuzufügen, dass dieser ja beim Pförtner schnell zu haben sei. Hier kommt also konstruktive Kritik zum Tragen. Der fehlende Plan wird keineswegs als Ärgernis bezeichnet, sondern als ein Faktor, der eingebunden hätte sein können.

 

Insgesamt konnte ich aus den Rückkoppelungen zu meinem „Zentralfriedhofs-Führer“ viel positive Resonanz entnehmen. Konstruktive Kritik ist sehr wertvoll für jeden Autor, und Kritiken, die am Gegenstand der Kritik vorbei argumentieren können nicht ernst genommen werden.