Urheberrecht und Google

 

 

Wer meine Webpräsenz genau durchstöbert, wird auf eine Leseprobe stoßen, die zu einer Vorschau meines „Zentralfriedhof-Führer“ verweist, welche auf

 

http://books.google.com/books?id=ZWnl6_wLW0cC&pg=PP1&dq=J%C3%BCrgen+Heimlich&lr=&ei=GCMRSoO5IobEzQTKupG8DQ&hl=de

 

situiert ist. In Bezug auf die Büchersuche von Google ist freilich darauf hinzuweisen, dass die mit Abstand erfolgreichste Suchmaschine weltweit bislang ca. 7,5 Millionen Bücher eingescannt hat und es in den nächsten Jahren auf insgesamt 15 Millionen Bücher bringen will. Hierbei wurde das Urheberrecht umgangen, da offensichtlich bei keinem oder nur wenigen Autorinnen und Autoren nachgefragt wurde, ob es gestattet sei, zumindest Auszüge aus den Büchern der Öffentlichkeit über http://books.google.com zugänglich machen zu dürfen. Dies hat nunmehr zur Folge, dass Rechtsstreitigkeiten bestehen, und jeder Autor finanziell für die Verletzung seines Urheberrechts und gleichzeitige Rechteeinräumung für google entschädigt werden soll.

 

Die Situation ist sehr kompliziert, und es ist der Autorensolidarität, welche von den IG Autorinnen Autoren herausgegeben wird, zu danken, dass diesbezüglich viel Informationsarbeit geleistet wurde. Somit habe ich auch nicht auf eigene Faust meine Rechte bei google eingeklagt. Dies wäre höchstwahrscheinlich auch kontraproduktiv gewesen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Sachlage weiter entwickelt. Ich habe bewusst den Link zu meinem „Zentralfriedhofs-Führer“ als Leseprobe gesetzt, da es für mich um den Inhalt geht. Die Vorschau zeigt Ausschnitte meines Buches, wobei besonders penible Menschen durch häufiges Anklicken des Links – und jeweils anderen Vorausschauen – den „Zentralfriedhofs-Führer“ – soweit ich das überblicken kann – „zusammenstückeln“ können. Aber auch in diesem Zusammenhang ist die Sache kontraproduktiv zu nennen. Zum Einen besteht zwischen einer zusammengestückelten Vorschau und einem gedruckten Buch immer noch ein eklatanter Unterschied, zum Anderen mag es günstiger sein, das Buch zu kaufen und damit den Wiener Zentralfriedhof zu besuchen, als viel Zeit in die Zusammenstückelung eines Textes zu investieren, der dann ohnehin nur mit viel Feinarbeit als Broschüre gedruckt werden kann.

 

Ich kann also mit dieser Vorschau durchaus leben, wenngleich die Umgehung des Urheberrechts seitens Google natürlich einer rechtlichen Justierung bedarf. Auf jeder Seite der Vorschau ist übrigens – rechts unten - der Passus „urheberrechtlich geschütztes Material“ auffindbar. Das ändert nichts daran, dass die Vorgangsweise der Verantwortlichen von google als fragwürdig zu bezeichnen ist.

 

Hinzufügen möchte ich nur noch, dass allerorts im weltweiten Web Raubkopien von ganzen Büchern auffindbar sind, und google also nicht allein da steht. Leider lässt sich dieser Raubkopie-Systematik kaum beikommen, und das kann insbesondere für Künstler tragische Folgen zeitigen. Es wäre auch ratsam, das Brechen des Urheberrechts im Internet – insbesondere bei schweren Verstößen –  nicht zu milde zu handhaben.