Blumfeld, ein älterer Arbeitsloser
Franz Kafka hat eine große Anzahl hochinteressanter, komplexer Figuren geschaffen. Einige dieser Figuren werden in die Jetzt-Zeit transformiert, und in dieser neuen „Dimension“ finden sie sich ebenso wenig zurecht wie viele Jahrzehnte zuvor. Ihr Scheitern ist also vorprogrammiert.
Wie mögen sich Menschen fühlen, die ihren Job, den Glauben an die Liebe, auch nur den kleinsten Anflug von Selbstvertrauen verloren haben? Diese Erzählungen sind keine leichte Kost. Sie widmen sich den Verlierern der Gesellschaft, jenen, die sonst immer im Schatten stehen. Es muss kein happy end made in Hollywood geben, das die fortwährend Scheiternden letztlich wie durch ein Wunder als Strahlefrauen und Strahlemänner zeigt. Das Leben kann so brutal, melancholisch, traurig und ernüchternd sein, wie es diese Erzählungen darstellen. Oder wie es Ingeborg Bachmann so wunderbar formulierte: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“
Blumfeld, ein älterer Arbeitsloser
Erzählungen
Edition Schreiblöwe, 2009, 122 Seiten
EUR 10,80
ISBN 978-3-902574-21-3
Erhältlich bei:
Die zwei Leben des Sebastian
Sebastian, immer auf der Suche nach sich selbst, fühlt sich von seiner Umwelt unverstanden, verkriecht sich in die Welt seiner Bücher, die er in großer Anzahl nicht
nur zu lesen scheint, sondern sie nahezu "frisst". Er lebt in der Welt dieser Geschichten, die zudem seine Fantasie ins Unermessliche beflügeln und ihn veranlassen, selbst zu schreiben. In dieser
Welt ist er lange "gefangen", es fällt ihm schwer der täglichen Realität ins Auge zu schauen. Er fühlt sich in seiner Fähigkeit zum Schreiben erst durch seinen Lehrer Specht bestätigt, der viel
zu früh an Leukämie stirbt und Sebastian wieder zurück in sein Maulwurf-Dasein wirft. Seine Mutter verteidigt ihn zunächst, ob seiner Fähigkeit, lässt es jedoch darüber hinaus ihn weiter zu
befordern, dabei bewenden.
Der Leser erfährt zum Schluss, dass Mutter und Sohn unterschiedliche Wege, in der Akzeptanz der in ihnen herrschenden Krankheit, gehen. Sebastian sucht den Ausweg in
einer Therapie. Seine Mutter erfährt nie, dass sie es ihrem Sohn eigentlich gleich tun sollte.
Sebastian erfährt die Liebe seines Lebens. Er fühlt sich nach der langen Suche zum eigenen "Ich" endlich angekommen und angenommen.
© Astrid Karger