Mi

19

Jan

2011

Alt und jung

Haben Autoren irgendwann ihren Horizont überschritten? Dostojewski schrieb Die Brüder Karamasoff  im Alter von 60 Jahren. Sein Alterswerk? Er hatte noch viel vor. Wollte einen zweiten Teil der Brüder Karamasoff schreiben. Doch dazu kam es nicht, weil er gestorben ist. Und wie war das bei Kafka? Er las noch an seinem Todestag eine Geschichte, um sie zu korrigieren. Wie viel muss er noch vorgehabt haben…

 

Wann könnte ein Autor seinen Horizont überschreiten, mit sich selbst zufrieden sein? Ich schreibe, also bin ich. Aber wie lange geht das gut, sich selbst zu schreiben? Bleibt der Autor nicht irgendwann sich selbst überlassen und kann nicht mehr weiter? Hat er nicht irgendwann genug? In seiner Jugend mag er mit viel Elan schreiben, und glaubt womöglich, die Welt aus den Angeln zu heben. Doch alles hat Grenzen, auch das Schreiben.

 

Ordne ich mich selbst als Autor ein, dann sehe ich mich als Minimalisten. Ich habe nicht vor, DEN großen Roman zu schreiben. Nicht, weil ich es mir nicht zutraue, sondern weil ich dafür noch nicht bereit bin. Ein großer Roman lässt sich zudem nicht einfach so schreiben. Von berühmten Autoren bleiben meist nur ein oder zwei Werke in Erinnerung. Ich denke an Handke und Wunschloses Unglück. Das war Handkes Erstlingswerk. Es sagt mir mehr zu als alle Romane, die er später geschrieben hat. Jugend schützt vor Meisterwerken nicht. Vielleicht habe ich auch ein solches verfasst und weiß es nur selbst nicht. Überhaupt ist es nicht Aufgabe des Autors, sich selbst zu beurteilen. Er kann daran nur scheitern. Aber er kann sein Schreiben einschätzen, dazu sollte er schon in der Lage sein. Und darum schreibe ich so leichthin, dass ich mich als Minimalisten sehe. Lyrik, Kurzprosa, Erzählungen, Theaterstücke, Essays. Einige Romane habe ich bislang geschrieben, natürlich. Als Kurzromane würde ich sie bezeichnen. Längere Geschichten, die durchaus etwas zu sagen haben.

 

Zwanzig Jahre literarisches Schreiben gehen an keinem Autor spurlos vorbei. Das Blättern in alten Manuskripten kann da schon spannend sein. Damals war ich blutjung, jetzt bin ich älter und irgendwann werde ich, wenn es mir bestimmt ist, alt sein. Dann möchte ich auf mein Schreiben mit Freude zurückblicken. Ich werde mir in den Spiegel schauen können und jenen Menschen sehen, der ich mal war. Alt und jung werden einander treffen. Das wird mir gut tun, egal was auch immer ich als Autor erreicht oder nicht erreicht haben werde.

 

2112

12 mal anders

Die Welt im Wasserglas

Voll in die Fresse

Mein Lieblingsbuch

Gedanken im Sturm

Buchstabensuppe 2009

Anthology der Gier 

Mit Wort und Paukenschlag

Anschlag 

Mystische Helden

Literatour de France 2003

Mitschreiben

Maskenball

Maskenball 41

 

Spiegel der Seele

 

Im Jahr des Saturn

Wieder schlägt man ins Kreuz die Haken

10 Jahre Mauerfall

Jahrbuch Lyrik 2000

Kamingeflüster

Etcetera Tabu

Zenit: Erinnerungen

Leserpreis 1992:

Dokumentation

Leserpreis 1991:

Der Spiegel