Sa

04

Sep

2010

Zum 40. Todestag von Jochen Rindt

Eines der ersten Bücher, die ich als Kind in meinem Elternhaus entdeckt habe, war jenes mittlerweile legendäre über Jochen Rindt. Ich habe darin wahrscheinlich sogar schon geblättert, ehe ich lesen konnte. Eine Unmenge von Fotos konnte ich staunend betrachten. Später habe ich mich dann genauer mit dem Buch auseinander gesetzt, immer wieder Passagen gelesen, Fotos angeschaut. Ich „kannte“ Jochen Rindt, obzwar ich einige Monate nach seinem Tod geboren worden bin. Der Mythos blieb mir nicht verborgen, und wenn ich die besten Formel 1 – Fahrer der Geschichte benennen soll, schreibe ich mit Fug und Recht:

Ayrton Senna, Fangio, Alain Prost, Niki Lauda und Jochen Rindt.

 

Jochen Rindt gewann gerade mal sechs Rennen in der Formel 1, immerhin 29 in der Formel 2. Die Bezeichnung „James Dean der Formel 1“ hat schon auch was für sich. Immer wieder wurde und wird davon erzählt, dass er wegen seiner Angst vor einem Feuerunfall nie vorschriftsmäßig angeschnallt war, weil er glaubte, im Fall des Falles dadurch schneller aus dem brennenden Wagen entkommen zu können. Genau das war eine Voraussetzung für seinen tödlichen Unfall. Ich habe mich mit keinem anderen Formel 1 Fahrer intensiver auseinander gesetzt. Und da spielt das Buch zweifellos eine entscheidende Rolle. Ich war fasziniert von einem Menschen, der posthum Weltmeister wurde. Jochen mit Lorbeerkranz ist ein Foto, das mich oft beschäftigt hat. Er hat die Lorbeeren geerntet und die Nachwelt hat einen Mythos um ihn gebaut. Was wäre, wenn er nicht so früh gestorben wäre?

 

Vor 40 Jahren verunglückte Jochen Rindt mit seinem Lotus im Training des Großen Preises von Italien in Monza tödlich. Er wollte maximal bis zum Alter von 30 Jahren Rennen fahren, hätte also nach seinem Weltmeistertitel vielleicht noch eine Saison angehängt.

Jochen Rindt als Doppelweltmeister und späterer Unternehmer, langjähriger Co-Kommentator von Heinz Prüller, Veranstalter von spektakulären Events, Autobiographieschreiber, Rennstallbesitzer, Konkurrent von Red Bull, Förderer österreichischer Rennfahrer-Talente, Filmschauspieler, erfolgreich mit eigenen Stunt-Shows, Sponsor, Verweigerer von Schickimicki, Individualist, einer, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt.

 

Es gehört in das Reich der Spekulation, wie sein Leben verlaufen wäre, wenn sich kein Mythos bilden hätte können. Er hätte seinen Weg gemacht, was auch immer dieser Weg mit sich gebracht hätte. Das Buch über ihn ist mir weitaus stärker in Erinnerung als irgendwelche Weltmeistertitel eines anderen „echten Deutschen“. Ich sollte es mal wieder zur Hand nehmen, darin blättern, Passagen lesen, staunen.

 

 

 

 

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Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

Bumba, der Zirkuslöwe

Bumba ist tieftraurig. Der Dompteur schwingt die Peitsche, und der Löwe muss Männchen machen. Er springt in der Manege herum, weil er sich bedroht fühlt. Er will nicht da sein, aber er muss. Und wenn er seine Nummer nicht gut macht, bekommt er nichts zu fressen.

 

Blumfeld

K. war erleichtert. Er saß vor seinem Computerbildschirm und atmete tief durch. Dann nahm er eine CD zur Hand und sicherte den letzten Text. Er tat dies noch ein weiteres Mal auf eine externe Festplatte. Diesen Tipp hatte ihm sein Freund Bäcker gegeben.

 

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                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

(© Harald Schulz)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.