Do

10

Jun

2010

Fußball und Literatur

 

Manche Autoren behaupten, sie verstünden sehr viel von Fußball. Einigen nehme ich das sogar ab. Allen voran Javier Marias. Er schrieb ausgezeichnete Fußballstücke unter dem geheimnisvollen Titel „Alle unsere frühen Schlachten“. Er ist seit seiner Kindheit mit Real Madrid verbunden. Den Fußball-Roman guthin hat Nick Hornby verfasst. „Fever pitch“ ist so etwas wie eine Autobiographie des vollblütigen Arsenal-Fans, der auch gerne zu Auswärtsspielen reist.  

 

Wer Fußball nur von der Ferne betrachtet oder meinetwegen im TV und dann glaubt, er habe von Fußball Ahnung, liegt vollkommen falsch. Ohne das regelmäßige Eintauchen in die Atmosphäre eines Fußballplatzes oder Stadions bleibt es bei der anfangs beschriebenen Behauptung. Die Erinnerung an miterlebte großartige Spiele bleibt bis zum Lebensende oder möglicherweise darüber hinaus bewahrt.

 

Das Interesse an Fußball oder das Dasein als Fan ist das Eine, das aktive Spielen das Andere. Vor zwei Jahren wurde in Wien auf dem Sportclubplatz die Literaten-Europameisterschaft ausgetragen. Hierbei holte sich Ungarn verdientermaßen den Titel.

 

2010 und also erst kürzlich holte sich – wie nicht anders zu erwarten – Deutschland im Elfmeterschießen den Titel vor der Türkei. Schon in der Vorgruppe waren Italien und Ungarn nur am Torverhältnis an der deutschen Mannschaft gescheitert und konnten sich demgemäß nicht für das Finale qualifizieren. Die Literaten-Europameisterschaften zeigen eindrucksvoll, dass auch Autoren das Fußballspiel im Blut haben. Den österreichischen Autoren fehlt es ein wenig an Selbstvertrauen, das haben sie mit den Fußballprofis, die für Österreich auflaufen, gemeinsam.

 

Ich habe mir hie und da Gedanken gemacht, zumindest wegen einer möglichen Einberufung in den Kader der Literatennationalmannschaft Österreichs nachzufragen. Grundsätzlich bin ich sicher (trotz fehlendem Training) nicht schlechter als einige im Kader befindliche Spieler, die eher einen Stehkick praktizieren. Mit den besseren Spielern kann ich aber definitiv nicht mithalten. Sollte es jemals ein B-Team geben, wäre ich sofort einsatzbereit.

 

Zudem bin ich absolut dafür, dass auch Autorinnen Nationalteams bilden und größere Meisterschaften austragen.

 

Angesichts der Fußballweltmeisterschaft gebe ich einen gewagten Tipp ab, der mich zumindest als Fußballkenner qualifizieren mag: Auch ich gebe Spanien die besten Chancen. Das Team ist derzeit definitiv besser aufgestellt als Brasilien. Wünschen würde ich mir, dass ein afrikanisches Team sehr weit kommt.

 

Ich bin übrigens auch schon seit meiner Kindheit eng mit dem Fußball verbunden. Buch habe ich noch keines über diesen Themenkomplex geschrieben, aber das kommt sicher noch. Mein Verein ist der Wiener Sportc(k)lub.

 

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Ende eines Genies

Nusch musste sehr viel von Bärbeisser gehalten haben.  Hatte geheult wie ein Schlosshund. Die Anderen ergingen sich in Witzen, Anspielungen und spielten Erstaunen vor. Ein Mann war bestialisch ermordet worden, und die Welt drehte sich weiter.


Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

Bumba, der Zirkuslöwe

Bumba ist tieftraurig. Der Dompteur schwingt die Peitsche, und der Löwe muss Männchen machen. Er springt in der Manege herum, weil er sich bedroht fühlt. Er will nicht da sein, aber er muss. Und wenn er seine Nummer nicht gut macht, bekommt er nichts zu fressen.

 

Blumfeld

K. war erleichtert. Er saß vor seinem Computerbildschirm und atmete tief durch. Dann nahm er eine CD zur Hand und sicherte den letzten Text. Er tat dies noch ein weiteres Mal auf eine externe Festplatte. Diesen Tipp hatte ihm sein Freund Bäcker gegeben.

 

Die Weihnachtsgeister des Herrn Lau

Die Heuschrecken sind mitten unter uns! Und sie sind verderbt, verlogen – verraten. Denn irgendwann geht auch mal was schief bei einer hanebüchenen Transaktion. Und wenn ein aufmerksamer Mitarbeiter die Augen aufhält und im entscheidenden Moment zugreift – dann ist die Hölle los.

                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

(© Harald Schulz)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.