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02

Jun

2010

Schrott

 

Nicht selten werden Bücher, die von Großverlagen oder Verlagskonzernen vermarktet werden als Schrott bezeichnet. In Autorenkreisen gehen manchmal die Wogen hoch, indem der Mainstream direkt oder indirekt die Bezeichnung Groschenromanniveau attestiert bekommt. Es gibt sicher nicht wenige nahezu unbekannte Autoren, welche sich benachteiligt fühlen, und der Ansicht sind, literarisch weit mehr zu leisten als der Großteil ökonomisch erfolgreicher Autoren. Das mag in einigen Fällen stimmen. Tatsache ist jedoch, dass ein Verlag in erster Linie ein Unternehmen ist. Bücher sind die Vertriebsware und mit den Autoren soll Geld verdient werden. Ohne die sogenannten „Starautoren“ könnte jeder große Verlag zusperren. Sie sind es, die den Verlag möglicherweise in die Gewinnzone hieven. Selbst ein großer Verlag lebt vorwiegend von seinen wenigen Autoren, die allseits bekannt und beliebt sind. Ein Vertrag mit einem großen Verlag garantiert keinem noch relativ unbekannten Autor einen rasant wachsenden Bekanntheitsgrad inklusive Aufstieg in die Profiklasse. Die Manuskripte nicht so bekannter Autoren können deswegen verlegt werden, weil sie durch die Einkünfte der Verlagslieblinge finanziert werden. Der angebliche „Schrott“ sorgt dafür, dass ein Großverlag überhaupt existieren und weniger bekannten Autoren Chancen eröffnen kann.

 

Ich will kein Hohelied auf die großen Verlage anstimmen. Aber die Sache mit dem angeblichen Schrott musste ich loswerden. Soll es denn eine Verschrottungsprämie für überschätzte Romane geben? Nein, nein, auf dem Büchermarkt geht es genau so zu wie in vielen anderen Branchen auch, wo Handel betrieben wird. Kleinere Verlage haben oft wunderbare Schätze im Sortiment, nach denen gar nicht mal wie nach der Nadel im Heuhaufen gesucht werden muss. Die Qualität der literarischen Erzeugnisse ist im Querschnitt aber wohl auch nicht höher einzuschätzen als jene bei Großverlagen. Und es besteht die Sehnsucht danach, selbst einen großen Namen an Land zu ziehen oder aber einen großen Namen „zu machen“.

 

Grottenschlechte Romane gibt es jede Menge. Nicht wenige davon erzielen erstaunliche Verkaufszahlen. Dennoch ist die Sache mit dem Schrott stark überzogen. Mancher Leser fühlt sich sicher auch persönlich angegriffen, wenn eines seiner Lieblingsbücher als Schrott bezeichnet wird. Also, gemach, gemach. Literatur ist ein großes Spielfeld, und bietet jede Menge Platz. Auch für Autoren, die vom Mainstream Lichtjahre entfernt sind. Nicht alles ist Gold, was glänzt, und einige wunderschöne Blumen blühen in einer Nische oder im Verborgenen.

 

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Ende eines Genies

Nusch musste sehr viel von Bärbeisser gehalten haben.  Hatte geheult wie ein Schlosshund. Die Anderen ergingen sich in Witzen, Anspielungen und spielten Erstaunen vor. Ein Mann war bestialisch ermordet worden, und die Welt drehte sich weiter.


Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

Bumba, der Zirkuslöwe

Bumba ist tieftraurig. Der Dompteur schwingt die Peitsche, und der Löwe muss Männchen machen. Er springt in der Manege herum, weil er sich bedroht fühlt. Er will nicht da sein, aber er muss. Und wenn er seine Nummer nicht gut macht, bekommt er nichts zu fressen.

 

Blumfeld

K. war erleichtert. Er saß vor seinem Computerbildschirm und atmete tief durch. Dann nahm er eine CD zur Hand und sicherte den letzten Text. Er tat dies noch ein weiteres Mal auf eine externe Festplatte. Diesen Tipp hatte ihm sein Freund Bäcker gegeben.

 

Die Weihnachtsgeister des Herrn Lau

Die Heuschrecken sind mitten unter uns! Und sie sind verderbt, verlogen – verraten. Denn irgendwann geht auch mal was schief bei einer hanebüchenen Transaktion. Und wenn ein aufmerksamer Mitarbeiter die Augen aufhält und im entscheidenden Moment zugreift – dann ist die Hölle los.

                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

(© Harald Schulz)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.