Mi

28

Apr

2010

Heldensterben

 

Es ist, wie sich selbst lesen. So erging es mir bei der Lektüre dieses Buches. Habe ich in dieser Form zuvor noch nie erlebt. Christine Grän widmet sich jenen Themen, denen ich schon seit Jahren zugewandt bin. Zentralfriedhof, Tod und diverse Ausformungen von Liebe und Fehleinschätzungen. Das ist aber noch nicht alles. Auch vom Stil  her fühle ich mich an mein Schreiben erinnert. Vielleicht ist alles noch eine Spur makabrer, zugespitzter.

 

Wie ist es, einer Art „Spiegelbild“ zu begegnen? Merkwürdig irgendwie. Denn bei jedem Satz dachte ich mir: Das könnte von mir sein. Inklusive einer Grabrednerin, die ehemals in der Porno-Branche agierte. Auch der einzige Schwachpunkt des Romans macht ein Manko aus, dem ich gerne erliege. Der Schluss kommt zu schnell, ohne Vorwarnung daher. Ich hätte gerne mehr gelesen, doch die Helden und Heldinnen sind nun außerhalb der Buchrücken tätig.

 

Eine kuriose Erfahrung, mit dem eigenen Schreiben konfrontiert zu werden. Denn da gibt es keine neuen Welten, in die ich eintauchen muss. Alles ist wohlbekannt, vertraut. Ich fühlte mich wohl und gleichzeitig unwohl. Wohl, weil ich Spuren nachging, die ich wie meine Westentasche kenne. Unwohl, weil ich mit mir selbst ringen musste. Mein Wunschziel als Leser von Romanen ist es, neues Terrain zu betreten. Nun gut, ich wusste freilich vorab, dass ich dieses Terrain schon kenne, und habe mir die Lektüre sozusagen ausgewählt. Dennoch habe ich mir die eine oder andere Überraschung erwartet. Doch daraus wurde nichts.

 

Die kleinen Querschüsse gegen die politischen Verhältnisse in Österreich hätte ich mir erspart. Der Einzug der Politik bringt eine Realität in die Geschichte, von der ich gerne verschont worden wäre. Die Zeitungen sind voll von absurden Geschichten. Der ewige Tanz um den Postenschacher, die lächerlichen Figuren, die Abziehbilder, das Abfeiern längst verlorener Ideale sind nur in Verbindung zu den Protagonisten interessant. Aber meinem eigenen Schreiben gegenüber bin ich ja noch kritischer.

 

Ich habe die Lektüre genossen, bin aber gleichzeitig froh darüber, dass ich wieder bei mir selbst angelangt bin. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schreiben ist nie einfach. Und wenn dann eine Autorin eine ähnliche Zuwendung zu abgründigen Themen vollzieht wie ich entsteht eine eigene Dramatik, der ich nun wieder entzogen bin.

 

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Ende eines Genies

Nusch musste sehr viel von Bärbeisser gehalten haben.  Hatte geheult wie ein Schlosshund. Die Anderen ergingen sich in Witzen, Anspielungen und spielten Erstaunen vor. Ein Mann war bestialisch ermordet worden, und die Welt drehte sich weiter.


Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

Bumba, der Zirkuslöwe

Bumba ist tieftraurig. Der Dompteur schwingt die Peitsche, und der Löwe muss Männchen machen. Er springt in der Manege herum, weil er sich bedroht fühlt. Er will nicht da sein, aber er muss. Und wenn er seine Nummer nicht gut macht, bekommt er nichts zu fressen.

 

Blumfeld

K. war erleichtert. Er saß vor seinem Computerbildschirm und atmete tief durch. Dann nahm er eine CD zur Hand und sicherte den letzten Text. Er tat dies noch ein weiteres Mal auf eine externe Festplatte. Diesen Tipp hatte ihm sein Freund Bäcker gegeben.

 

Die Weihnachtsgeister des Herrn Lau

Die Heuschrecken sind mitten unter uns! Und sie sind verderbt, verlogen – verraten. Denn irgendwann geht auch mal was schief bei einer hanebüchenen Transaktion. Und wenn ein aufmerksamer Mitarbeiter die Augen aufhält und im entscheidenden Moment zugreift – dann ist die Hölle los.

                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

(© Harald Schulz)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.