Mi

17

Mär

2010

Lektor und Autor

Auf Ö1 gab es eine wunderbare Sendung zu hören, die Lektoren und Autoren zusammen führte. In Kapitel unterteilt entstand ein Sammelsurium an ungewöhnlichen und spannenden Erfahrungsberichten. Es sei Manfred Prem für den Hinweis auf die Sendung gedankt.

 

Zunächst einmal ist das Verhältnis zwischen Autor und Lektor nicht mehr das, was es einmal war. In den 1950´er Jahren sollen noch – mehr oder weniger – die Fetzen geflogen sein. Und es bestand ein oft konstruktives Verhältnis zwischen den beiden Berufsgruppen. Heutzutage gibt es entweder ein schlampiges Lektorat oder der Lektor schreibt den eigentlichen Roman. So ließen sich einige Kapitel zusammenfassen. Tatsächlich gibt es einige Hintergrundberichte zu Romanen, die Rückschlüsse darauf zulassen, wie intensiv die Lektoren eingegriffen haben. So ist es nicht selten nur die Idee, die fasziniert. Die Geschichte wird dann so vehement umgeschrieben, dass die Umsetzung der Idee als halbwegs gelungen angesehen werden kann.

 

Viele Lektoren sind überfordert. Sie bekommen hunderte Manuskripte auf den Tisch geknallt, und mehr als ein bisschen quer lesen ist nicht möglich. Günstige Studienabgänger sind in der Mehrzahl, Lektoren mit Erfahrung nur in jenen Verlagen präsent, die sich ausgezeichnete Lektoren auch leisten können. Und dann gibt es sogar „Freizeitlektoren“, deren Aufgabe es ist, so nebenbei den einen oder anderen Autor zu lektorieren. Es ist durchaus ein Glücksspiel, auf einen guten Lektor zu treffen. Ich hatte dieses Glück – und dies freut mich sehr – schon mehrmals.

 

Ich will keine Namen von Lektoren und Autoren nennen. Eine Ausnahme muss jedoch gestattet sein, weil es am Ende das amüsanteste Kapitel der Sendung war. Der Autor Werner Kofler hat nämlich gesagt, dass er keinen Lektor braucht. Seine Werke sind von vornherein fehlerfrei, da brauche keiner reinpfuschen. Er hat auch schon die Zusammenarbeit mit einem Verlag abgelehnt, wenn der Lektor meinte, die eine oder andere Zeile anders formulieren zu müssen. Diesbezüglich ist der Autor konsequent.

 

Also, ich bin froh, dass es Lektoren gibt. Auf der anderen Seite habe ich mehrere meiner Manuskripte sozusagen selbst „lektoriert“. Hierbei sind mir sehr viele Fehler aufgefallen. Ob ich es je so hinkriegen kann wie Werner Kofler steht in den Sternen.

 

Jetzt ist es doch noch notwendig, einen zweiten Autor zu nennen, weil es nicht nur zum Thema passt, sondern die Fertigkeit von Franz Schuh ähnlich erstaunlich ist wie jene von Werner Kofler. Franz Schuh war ein Weilchen Lektor, insbesondere von Sachbüchern. Und er erzählte, dass er fehlerhafte Texte automatisch richtig liest. Er „überliest“ also sozusagen die Fehler, und da müssen ihm wohl einige Fehler entgangen sein. Vielleicht geht es Werner Kofler beim Lesen seiner Texte ganz ähnlich, und er glaubt nur, fehlerfreie Manuskripte abzuliefern. Man kann ja nie wissen.

 

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Ende eines Genies

Nusch musste sehr viel von Bärbeisser gehalten haben.  Hatte geheult wie ein Schlosshund. Die Anderen ergingen sich in Witzen, Anspielungen und spielten Erstaunen vor. Ein Mann war bestialisch ermordet worden, und die Welt drehte sich weiter.


Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

Bumba, der Zirkuslöwe

Bumba ist tieftraurig. Der Dompteur schwingt die Peitsche, und der Löwe muss Männchen machen. Er springt in der Manege herum, weil er sich bedroht fühlt. Er will nicht da sein, aber er muss. Und wenn er seine Nummer nicht gut macht, bekommt er nichts zu fressen.

 

Blumfeld

K. war erleichtert. Er saß vor seinem Computerbildschirm und atmete tief durch. Dann nahm er eine CD zur Hand und sicherte den letzten Text. Er tat dies noch ein weiteres Mal auf eine externe Festplatte. Diesen Tipp hatte ihm sein Freund Bäcker gegeben.

 

Die Weihnachtsgeister des Herrn Lau

Die Heuschrecken sind mitten unter uns! Und sie sind verderbt, verlogen – verraten. Denn irgendwann geht auch mal was schief bei einer hanebüchenen Transaktion. Und wenn ein aufmerksamer Mitarbeiter die Augen aufhält und im entscheidenden Moment zugreift – dann ist die Hölle los.

                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

(© Harald Schulz)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.