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01

Jan

2009

Abgesang auf die Nuller-Jahre

 

In den letzten Wochen des Jahres 2009 war plötzlich in allen möglichen Medien von den zu Ende gehenden Nuller-Jahren die Rede. Fast ein ganzes Jahrzehnt lang hatte es überhaupt keinen Begriff für diese Zeitspanne gegeben, und dann überschlugen sich die Berichte. Das geht sogar so weit, dass schon jetzt Bücher über dieses Jahrzehnt veröffentlicht sind.

 

Mein persönliches Resümee der Nuller-Jahre fällt durchaus positiv aus. Ich habe mir den Status des Literaturexperten jedenfalls in diesem gerade zu Ende gegangenen Jahrzehnt erarbeitet.  Gut 200 Rezensionen habe ich geschrieben, zwei davon wurden als Link-Empfehlungen der freien Universität Berlin auf deren HP gesetzt. In Zusammenhang zu einer Rezension eines Buches von Franzobel gab es eine lustige Kommentar-Kette im Online-Standard, in der ich als „Prof.“ bezeichnet worden bin. Vielleicht erlange ich ja irgendwann einmal einen Ehrentitel, doch noch bin ich zu jung hierfür. Meine Rezensionen finden guten Widerhall, was mich schon ein wenig stolz macht.

 

Ebenfalls in die Nuller-Jahre hinein fällt meine verstärkte literarische Tätigkeit. Es entstanden in dieser Zeitspanne drei Romane, ein Sachbuch, ein Kinderbuch, und Erzählungen. In den ersten beiden Jahren der Nuller-Jahre nahm ich an zwei Autoren-Workshops in Berlin teil, und lernte hierbei u.a. Titus Müller, Sandra Uschtrin, -ky und Andreas Eschbach kennen. 2004 bis 2005 wurde mein Schreiben durch ein Schreibforum neu motiviert, das mittlerweile seine Pforten wieder geschlossen hat. Das letzte Jahr der Nuller-Jahre schließlich bescherte mir meine erste Krimi-Veröffentlichung, was mich besonders gefreut hat. Insbesondere auch, weil der Krimi vom renommierten Arovell-Verlag veröffentlicht wurde. Die Teilnahme an der Krimi-Nacht 2009 war ein weiteres Highlight in diesem Kontext.

 

Die nun begonnenen Zehner-Jahre werden mit Sicherheit viel Neues mit sich bringen. Ich bin schon sehr gespannt auf dieses neue Jahrzehnt, das ich mit einem persönlichen Paukenschlag begrüße.

 

Es ist zu hoffen, dass die Krisen, die am Ende der Nuller-Jahre verstärkt ersichtlich wurden, dazu führen werden, die Geschicke der Menschheit in eine Richtung zu lenken, welche sich an Solidarität, Gerechtigkeit, und einem Wirtschaftssystem mit freundlichem Antlitz orientieren. Eines haben die Nuller-Jahre nämlich bewiesen: So wie sich die Weltlage entwickelt hat, kann und darf es nicht weitergehen. Kapitalismus und Neoliberalismus können nicht die einzigen Faktoren sein, denen (multinationale) Unternehmen und Politiker „Wert“ beimessen, worunter Milliarden von Menschen in Form von Ausbeutung, Versklavung, Missbrauch, Armut und Geringschätzung zu leiden haben. Möge es in einem konstruktiven Sinne für die Menschheit und alle sonstigen Bewohner dieses Planeten Erde in den vor uns liegenden Zehner-Jahren aufwärts gehen, und positive Zeichen gesetzt werden, die dem Planeten, auf dem wir leben, alle Ehre erweisen!

 

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Ende eines Genies

Nusch musste sehr viel von Bärbeisser gehalten haben.  Hatte geheult wie ein Schlosshund. Die Anderen ergingen sich in Witzen, Anspielungen und spielten Erstaunen vor. Ein Mann war bestialisch ermordet worden, und die Welt drehte sich weiter.


Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

Bumba, der Zirkuslöwe

Bumba ist tieftraurig. Der Dompteur schwingt die Peitsche, und der Löwe muss Männchen machen. Er springt in der Manege herum, weil er sich bedroht fühlt. Er will nicht da sein, aber er muss. Und wenn er seine Nummer nicht gut macht, bekommt er nichts zu fressen.

 

Blumfeld

K. war erleichtert. Er saß vor seinem Computerbildschirm und atmete tief durch. Dann nahm er eine CD zur Hand und sicherte den letzten Text. Er tat dies noch ein weiteres Mal auf eine externe Festplatte. Diesen Tipp hatte ihm sein Freund Bäcker gegeben.

 

Die Weihnachtsgeister des Herrn Lau

Die Heuschrecken sind mitten unter uns! Und sie sind verderbt, verlogen – verraten. Denn irgendwann geht auch mal was schief bei einer hanebüchenen Transaktion. Und wenn ein aufmerksamer Mitarbeiter die Augen aufhält und im entscheidenden Moment zugreift – dann ist die Hölle los.

                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

(© Harald Schulz)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.