Do

27

Aug

2009

Kritik

 

 

Kürzlich erschien auf Amazon eine „Rezension“ meines „Zentralfriedhofs-Führer“, deren Inhalt die Verärgerung des Lesers zum Ausdruck bringt. In gezählten 44 Wörtern kommt es zum Rundumschlag gegen das Buch. Hauptvorwürfe sind „philosophische Betrachtungen“, und „Wiederholungen“. Es geht mir jetzt nicht darum, diese „Vorwürfe“ zu entkräften, sondern grundsätzlich auf meinen Umgang mit Kritik einzugehen.

 

Konstruktive Kritik liegt mir sehr am Herzen. Manche Kritik hat mich auf Einzelheiten aufmerksam gemacht, für die ich als Autor wohl „betriebsblind“ bin. Erst kürzlich wies mich eine Autorin anlässlich einer literarischen Veranstaltung auf ein derartiges Detail hin, worüber ich mich gefreut habe. Gar nicht vertragen kann ich aber Kritik, die Allgemeinplätze bedient, und keinerlei Ziel verfolgt. Der „Zentralfriedhofs-Führer“ ist mir besonders wichtig, weil mir der Zentralfriedhof besonders wichtig ist. Auf meine persönlichen Bezüge zum Wiener Zentralfriedhof gehe ich im Laufe des Buches mehrfach ein, und eines meiner Hauptziele besteht darin, interessierte Menschen zu animieren, diesen zweitgrößten Friedhof Europas ganz individuell zu entdecken. Da ich einige hochinteressante Plätze und insgesamt fünf Routen beschreibe, die sich mit diesen Plätzen freilich auch verschränken, ergibt sich logischerweise die Notwendigkeit einer Wiederholung dahingehend, dass ich auf die genauen Beschreibungen der Plätze verweise.

 

Ein Friedhofsgänger schrieb mir einst eine E-Mail, wo er – diametral entgegen gesetzt zur absurden Kritik, die Gegenstand und „Ursache“ dieses Tagebuch-Eintrages ist – sich dafür bedankt, dass er mit Hilfe meines Buches einige für ihn zuvor unbekannte Stellen des Wiener Zentralfriedhofes entdeckt hat. Er weist in seiner Rezension auf den fehlenden Übersichtsplan hin, wobei er nicht vergisst hinzuzufügen, dass dieser ja beim Pförtner schnell zu haben sei. Hier kommt also konstruktive Kritik zum Tragen. Der fehlende Plan wird keineswegs als Ärgernis bezeichnet, sondern als ein Faktor, der eingebunden hätte sein können.

 

Insgesamt konnte ich aus den Rückkoppelungen zu meinem „Zentralfriedhofs-Führer“ viel positive Resonanz entnehmen. Konstruktive Kritik ist sehr wertvoll für jeden Autor, und Kritiken, die am Gegenstand der Kritik vorbei argumentieren können nicht ernst genommen werden.

 

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Ende eines Genies

Nusch musste sehr viel von Bärbeisser gehalten haben.  Hatte geheult wie ein Schlosshund. Die Anderen ergingen sich in Witzen, Anspielungen und spielten Erstaunen vor. Ein Mann war bestialisch ermordet worden, und die Welt drehte sich weiter.


Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

Bumba, der Zirkuslöwe

Bumba ist tieftraurig. Der Dompteur schwingt die Peitsche, und der Löwe muss Männchen machen. Er springt in der Manege herum, weil er sich bedroht fühlt. Er will nicht da sein, aber er muss. Und wenn er seine Nummer nicht gut macht, bekommt er nichts zu fressen.

 

Blumfeld

K. war erleichtert. Er saß vor seinem Computerbildschirm und atmete tief durch. Dann nahm er eine CD zur Hand und sicherte den letzten Text. Er tat dies noch ein weiteres Mal auf eine externe Festplatte. Diesen Tipp hatte ihm sein Freund Bäcker gegeben.

 

Die Weihnachtsgeister des Herrn Lau

Die Heuschrecken sind mitten unter uns! Und sie sind verderbt, verlogen – verraten. Denn irgendwann geht auch mal was schief bei einer hanebüchenen Transaktion. Und wenn ein aufmerksamer Mitarbeiter die Augen aufhält und im entscheidenden Moment zugreift – dann ist die Hölle los.

                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

(© Harald Schulz)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.