Der Autor Jürgen Heimlich – und wie er die Welt sieht

Mo

18

Mai

2009

Urheberrecht und Google

 

 

Wer meine Webpräsenz genau durchstöbert, wird auf eine Leseprobe stoßen, die zu einer Vorschau meines „Zentralfriedhof-Führer“ verweist, welche auf

 

http://books.google.com/books?id=ZWnl6_wLW0cC&pg=PP1&dq=J%C3%BCrgen+Heimlich&lr=&ei=GCMRSoO5IobEzQTKupG8DQ&hl=de

 

situiert ist. In Bezug auf die Büchersuche von Google ist freilich darauf hinzuweisen, dass die mit Abstand erfolgreichste Suchmaschine weltweit bislang ca. 7,5 Millionen Bücher eingescannt hat und es in den nächsten Jahren auf insgesamt 15 Millionen Bücher bringen will. Hierbei wurde das Urheberrecht umgangen, da offensichtlich bei keinem oder nur wenigen Autorinnen und Autoren nachgefragt wurde, ob es gestattet sei, zumindest Auszüge aus den Büchern der Öffentlichkeit über http://books.google.com zugänglich machen zu dürfen. Dies hat nunmehr zur Folge, dass Rechtsstreitigkeiten bestehen, und jeder Autor finanziell für die Verletzung seines Urheberrechts und gleichzeitige Rechteeinräumung für google entschädigt werden soll.

 

Die Situation ist sehr kompliziert, und es ist der Autorensolidarität, welche von den IG Autorinnen Autoren herausgegeben wird, zu danken, dass diesbezüglich viel Informationsarbeit geleistet wurde. Somit habe ich auch nicht auf eigene Faust meine Rechte bei google eingeklagt. Dies wäre höchstwahrscheinlich auch kontraproduktiv gewesen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Sachlage weiter entwickelt. Ich habe bewusst den Link zu meinem „Zentralfriedhofs-Führer“ als Leseprobe gesetzt, da es für mich um den Inhalt geht. Die Vorschau zeigt Ausschnitte meines Buches, wobei besonders penible Menschen durch häufiges Anklicken des Links – und jeweils anderen Vorausschauen – den „Zentralfriedhofs-Führer“ – soweit ich das überblicken kann – „zusammenstückeln“ können. Aber auch in diesem Zusammenhang ist die Sache kontraproduktiv zu nennen. Zum Einen besteht zwischen einer zusammengestückelten Vorschau und einem gedruckten Buch immer noch ein eklatanter Unterschied, zum Anderen mag es günstiger sein, das Buch zu kaufen und damit den Wiener Zentralfriedhof zu besuchen, als viel Zeit in die Zusammenstückelung eines Textes zu investieren, der dann ohnehin nur mit viel Feinarbeit als Broschüre gedruckt werden kann.

 

Ich kann also mit dieser Vorschau durchaus leben, wenngleich die Umgehung des Urheberrechts seitens Google natürlich einer rechtlichen Justierung bedarf. Auf jeder Seite der Vorschau ist übrigens – rechts unten - der Passus „urheberrechtlich geschütztes Material“ auffindbar. Das ändert nichts daran, dass die Vorgangsweise der Verantwortlichen von google als fragwürdig zu bezeichnen ist.

 

Hinzufügen möchte ich nur noch, dass allerorts im weltweiten Web Raubkopien von ganzen Büchern auffindbar sind, und google also nicht allein da steht. Leider lässt sich dieser Raubkopie-Systematik kaum beikommen, und das kann insbesondere für Künstler tragische Folgen zeitigen. Es wäre auch ratsam, das Brechen des Urheberrechts im Internet – insbesondere bei schweren Verstößen –  nicht zu milde zu handhaben.

 

 

 

 

 

 

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Friedhofsidylle (E-book)



Im Laufe von 20 Jahren kommen viele Texte zusammen. Damit bildet sich vor dem Autor seine eigene Welt ab, die er geschaffen hat. Diese Welt bleibt nie gleich, verändert sich ständig. Der Schaffensprozess ist das Eine, das Weltbild das Andere. Hunderte Texte ergeben ein Konglomerat, das nur schwer durchschaut werden kann. Die Verdichtung auf wenige Texte lässt tiefer blicken. Ausgehend von 12 Geschichten werden Spuren von Figuren sichtbar, die von der Leichtigkeit des Seins weit entfernt sind.

 

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

 

Sebastian, immer auf der Suche nach sich selbst, fühlt sich von seiner Umwelt unverstanden, verkriecht sich in die Welt seiner Bücher, die er in großer Anzahl nicht nur zu lesen scheint, sondern sie nahezu "frisst". Er lebt in der Welt dieser Geschichten, die zudem seine Fantasie ins Unermessliche beflügeln und ihn veranlassen, selbst zu schreiben. In dieser Welt ist er lange "gefangen", es fällt ihm schwer der täglichen Realität ins Auge zu schauen. Er fühlt sich in seiner Fähigkeit zum Schreiben erst durch seinen Lehrer Specht bestätigt, der viel zu früh an Leukämie stirbt und Sebastian wieder zurück in sein Maulwurf-Dasein wirft.

(© Astrid Karger)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.