Der Autor Jürgen Heimlich – und wie er die Welt sieht

Mi

06

Mai

2009

Mitch Albom: Dienstags bei Morrie

 

 

Manchmal trifft einen ein Buch wie ein Hammer, ganz selten aber passiert es, dass ein Buch unheimlich tief in das Innere des Lesers eindringt. Ich hatte über einen Buchkatalog von „Dienstags bei Morrie“ erfahren, und mir das Werk zugelegt.

 

Die Geschichte eines Mannes, dessen Lehrer ihn auf eine Weise positiv beeinflusst hat, die fantastischer gar nicht sein könnte, rührte mich zu Tränen. Das hängt auch damit zusammen, dass ich in meiner Schulzeit einen Lehrer hatte, der mein Leben auf den Kopf stellte. Und wie „Dienstags bei Morrie“ beweist kann dieses Wunder sehr weite Kreise ziehen.

 

Mitch Albom besuchte seinen Lehrer, als er längst schon kein „offizieller“ Schüler mehr war, und Morrie erzählte von seinem Leben, seinen Erfahrungen, seinen Erkenntnissen. Ich war hingerissen und bestürzt zugleich. Ein Mensch kann eine magische Ausstrahlung haben, die über seinen Tod hinaus wirkt. So mag es mit Morrie und so mag es auch mit meinem Lehrer sein, der schon vor so vielen Jahren in die andere Welt eingetreten ist.

 

Es fällt oft schwer, die Erschwernisse des Alltags zu ertragen. Jedem Menschen widerfahren Dinge, an denen er zerbrechen kann. Morrie weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, als Mitch Albom ihn besucht. Aber er hat soviel zu erzählen, was aus ihm heraus möchte. Und sein Schüler hat die Lektionen von Morrie aufgeschrieben, und damit vielen anderen Menschen zugänglich gemacht.

 

Ein guter „Nebeneffekt“ für Mitch Albom war freilich, dass „Dienstags bei Morrie“ ein Bestseller wurde. Damit hatte er seinen Beginn als Autor gemacht und es folgten weitere Bücher. Diese anderen Romane haben durchaus ihren Reiz, doch „Dienstags bei Morrie“ bleibt unerreicht, was Mitch Albom sicher weiß…

 

 

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Friedhofsidylle (E-book)



Im Laufe von 20 Jahren kommen viele Texte zusammen. Damit bildet sich vor dem Autor seine eigene Welt ab, die er geschaffen hat. Diese Welt bleibt nie gleich, verändert sich ständig. Der Schaffensprozess ist das Eine, das Weltbild das Andere. Hunderte Texte ergeben ein Konglomerat, das nur schwer durchschaut werden kann. Die Verdichtung auf wenige Texte lässt tiefer blicken. Ausgehend von 12 Geschichten werden Spuren von Figuren sichtbar, die von der Leichtigkeit des Seins weit entfernt sind.

 

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

Zentralfriedhofs-Führer

 

Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

Nach dem selbigen Strickmuster (nonkonformistisches Weltverhältnis, erotische Genialität, typisierte Weiblichkeit) konstruierte ja übrigens Hesse seine Sozialmilieus und Handlungsträger, u.a. Goldmund und Siddharta, welche bis zuletzt in einem gewissen Sinne gesellschaftliche Außenseiter bleiben, jedenfalls hierbei typologische Übermenschen sind, was sie vom normierten Menschen trennt, hingegen sie gegenüber dem Dasein (in seiner rein ontologischen Manifestation) schlussendlich oder eigentlich immer schon versöhnlich gestimmt sind.

(© Harald Schulz)

 

Die zwei Leben des Sebastian

 

Sebastian, immer auf der Suche nach sich selbst, fühlt sich von seiner Umwelt unverstanden, verkriecht sich in die Welt seiner Bücher, die er in großer Anzahl nicht nur zu lesen scheint, sondern sie nahezu "frisst". Er lebt in der Welt dieser Geschichten, die zudem seine Fantasie ins Unermessliche beflügeln und ihn veranlassen, selbst zu schreiben. In dieser Welt ist er lange "gefangen", es fällt ihm schwer der täglichen Realität ins Auge zu schauen. Er fühlt sich in seiner Fähigkeit zum Schreiben erst durch seinen Lehrer Specht bestätigt, der viel zu früh an Leukämie stirbt und Sebastian wieder zurück in sein Maulwurf-Dasein wirft.

(© Astrid Karger)

 

Die Ewiggleichen

 

Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.