Sa

02

Mai

2009

Sylvia Plath

 

Eine Lehrerin machte eines Tages auf die Lyrikerin Sylvia Plath aufmerksam, was mich dazu veranlasste, mir den Gedichtband „Ariel“ zuzulegen. Mein Exemplar tauschte ich mit einem  damaligen Schulfreund gegen „Friedhof der bitteren Orangen“ von Josef Winkler ein. Unsere gemeinsame Zeit war kurz darauf beendet, und ein Rücktausch fand somit nicht mehr statt.

 

Sylvia Plath hat einige Erzählungen, viele Gedichte und ihr Hauptwerk „Die Glasglocke“ verfasst. Nur wenige Wochen nach der Veröffentlichung dieses Romans beging die Autorin Suizid, indem sie Schlafmittel schluckte, die Küche mit Handtüchern abdichtete, den Gashahn des Herdes aufdrehte und ihren Kopf in den Backofen legte. Ein Suizid, wie er schrecklicher wohl kaum vorstellbar ist. Sie hatte schon einige Male Selbstmordversuche begangen, und diese als Hilferufe verstanden.

„Die Glasglocke“ ist einer der traurigsten Romane der Weltliteratur, was auch damit zusammenhängt, dass die Geschichte sehr starke autobiographische Züge aufweist. Sylvia Plath beschreibt, zumindest kann das stark angenommen werden, ihr Innenleben, und es gibt kaum Momente, wo im Leser das Gefühl aufkommt, die Autorin habe ihr Leben genossen. Der Titel „Die Glasglocke“ weist freilich darauf hin, wie sich Sylvia Plath Zeit ihres Lebens gefühlt haben mag. Sie war eine Autorin, die mit unglaublicher Disziplin und Inbrunst an ihrem Werk arbeitete, und es ist unfassbar, dass sie in einer Zeit, wo ihr höchste Anerkennung in ihrem Metier zuteil wurde, den Schritt in den Tod wählte.

 

Ich weiß nicht, ob ich mich je dazu überwinden werde können, „Die Glasglocke“ noch einmal zu lesen. Der Roman ist wunderbar ins Deutsche übersetzt, und die Sprache zeugt von einer tiefen Einsicht in die Besonderheiten des Lebens. Sylvia Plath muss schrecklich gelitten haben, und es wurde und wird wohl weiter darüber spekuliert, wer sie in ihrem Innersten gewesen ist, und warum konkret sie diesen schrecklichen Suizid beging. Sie war mehrfach (mindestens drei Mal) in psychiatrischer Behandlung, wobei Depressionen und eine bipolare Störung diagnostiziert wurden. Dies als Ausgangspunkt für ihre Selbstmordversuche und ihren Suizid zu sehen ist vielleicht zu eindimensional gedacht.

 

Sylvia Plath wurde sozusagen zum „Mythos“, doch es ist und bleibt entscheidend, welch bedeutendes literarisches Werk sie hinterlassen hat. Für mich ist „Die Glasglocke“ so schrecklich und tief berührend zugleich, dass ich – wie geschrieben – eine weitere Lektüre kaum bewältigen werde wollen. Ihre Erzählungen und Gedichte sind weitere Zeugnisse einer Autorin, die am Leben scheiterte, und all ihre Emotionen und Reflexionen in ihr Werk gelegt haben mochte.

 

Sylvia Plath wurde nur 30 Jahre alt, und hinterließ zwei kleine Kinder.

 

 

 

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Vienna Central Cemetery

With this guide to the Central Cemetery I am offering my readers on the one hand an overview over the most important departments and sights of the cemetery well worth seeing. On the other hand I am taking my readers on five defined routes passing many points of interest mostly unknown to the average tourist and occasional visitors to the cemetery.

 

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                                                                © Wunderwaldverlag

 

Blumfeld, ein älterer

Arbeitsloser

Jürgen Heimlichs Figuren zeigen uns eine kafkaeske Welt voller unerfüllter Liebe und Sehnsüchte. Seine Charaktere gehen bis zum Äußersten und zerbrechen dabei an Lieblosigkeit, Unglaube, Herzlosigkeit – und an der Gesellschaft.

 

© Ruth Reuter

 

 

Die schüchterne Zeugin

 

Nie war es so ruhig in den Büros der Inspektoren gewesen. Belinda Winter versuchte, ihren unmittelbaren Vorgesetzten zu trösten, doch der winkte ab. Chefinspektor Kneiffer hätte am liebsten den Schreibtisch in Brand gesetzt, um danach für immer diesen schrecklichen Ort zu verlassen.

 

 

 

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Der Wiener Zentralfriedhof eignet sich hervorragend zum Flanieren, zum Innehalten vom Trubel des Alltags und Berufslebens. Es gibt viele Möglichkeiten, diesen zweitgrößten Friedhof Europas zu entdecken. Die meisten Touristen und Friedhofsgänger beschränken sich auf die Ehrengräber, als hätte der Zentralfriedhof sonst nichts zu bieten. Aber so ist es nicht und kann es freilich nicht sein! Jeder Friedhofsbesucher kann den Zentralfriedhof auf individuelle Weise entdecken, und ich möchte mit diesem Friedhofsführer Anregungen zu individuellen Entdeckungsreisen geben.

Das diabolische Experiment

 

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(© Harald Schulz)

 

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Lebensverdruss ist ganz gewiss keine Tugend, doch sehr wohl ein literarisches Stilmittel. Wer sich darunter jetzt nichts vorstellen kann, möge sich dieses Buch zu Gemüte führen.

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Bei „Die Ewiggleichen“ handelt es sich um keinen klassischen Gedichtband. Genau genommen ist überhaupt nur der Text auf dem Rückcover als Gedicht erkennbar. Ansonsten enthält das Bändchen lyrische Prosa, wobei sich der Autor weit aus dem Fenster lehnt, und behauptet, dieser Stil sei an Lord Byron angelehnt, obzwar dieser ein britischer Dichter war.